Elga Sinther

Transkription durch Volker Lechler

Um das Jahr 1928 entstand vermutlich der Entwurf für ein Drehbuch über die Fraternitas Saturni. Der Name der Protagonistin Elga Sinther (d.i. möglicherweise Ella Ensink) ist frei erfunden, wohingegen die andere Hauptperson – Henrik Hunwald – ein reales Mitglied der FS war.

Elga Sinther in der Macht der Geheimloge.

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Vorrede.

Elga Sinther, die einzige Tochter einer durch den Krieg verarmten adeligen Offiziers­familie, deren Vater als Offizier an der Marne gefallen ist, verliert ihre Mutter. Schon lange in ärmlichen Verhältnissen lebend, konnte sie nur mit Hilfe der Pension des Vaters und durch Nadelarbeit der betagten Mutter ihr Studium fortsetzen. Sie ist eine junge medizinische Stu­dentin im zweiten Semester, junge sympathische blonde Typerscheinung ihrer Gesellschafts­klasse mit dem vererbten Stolz und der Durchsetzungskraft ihrer Art muss sie nun auch diesen neuen Schicksalsschlag ertragen.

Ort der Handlung: Großstadtfriedhof im Regenwetter. Elga Sinther.

Ein grauer Novembertag. Elga Sinther steht am Tor des Friedhofes in Trauerkleidung – bleiches verweintes Gesicht, von schwarzem Schleier umrahmt – ärmlich und doch ihrem Stande entsprechend vornehm gekleidet – hinter ihr der Friedhof mit vereinzelten Besuchern – in der Pförtnerloge das sie interessiert betrachtende Gesicht des Pförtners – Regenstimmung – Vorstadtstrasse am Frühmorgen mit dem üblichen Betrieb – spielende Kinder – trostlose Häuserreihen – Stimmungsbild Grossaufnahme: Elga Sinther steht ratlos mit leerem Augen­ausdruck am Tor, minutenlang, und geht langsamen Schrittes durch die Pfützen heimwärts – Aufstieg Treppenhaus einer Mietskaserne, neugierige Mieter – Eintritt in ärmliche Wohnung – Hinwerfen an den Fensternähplatz der Mutter, in die unvollendete Stickerei das Gesicht vergrabend, schmerzdurchzuckt – dann ratloses Sinnen – Kämpfen mit Selbstmordentschluss – Hinsinken auf ärmliches Bett – Öffnen der Pulsadern – Beginn der Verblutung (zwischen­durch Stimmungsgrossaufnahmen).

Treppenaufgang – ein junger Student, Studienkollege von Elga S. – Kolleghefte im Arm – springt ungeduldig die Treppe hinauf – klopft mehrmals vergebens – drückt gegen die schlecht verschlossene Tür – öffnet – stürzt ins Zimmer – findet Elga Sinther – verbindet die im Verbluten Begriffene – der junge Student, sentimentale, schwärmerische Erscheinung, liebt Elga S. in mehr knabenhafter, noch nicht offenbarter Verehrung, küsst behutsam die Stirn des Mädchens. Aus seiner Handlungsweise spricht tiefste Neigung und Verehrung. – Elga S. erwacht aus ihrer Ohnmacht – ihr Blick – Zurückfallen – neue Ohnmacht – Nerven­fieber – .

Universitätsgebäude – Elga S. und Henrik Hunwald kommen im Strom der übrigen Studenten zum Kolleg, kameradschaftlich – Aufnahme in der Vorlesung des Geheimrat Bier über Nervengeflechte des Menschen – Demonstration an Präparaten und Zeichnungen – Schluss des Kollegs – üblicher Beifall durch Scharren der Studenten – lebhafte Diskussion beim Herausgehen – im Vorraum spricht Geheimrat Bier im Herausgehen Elga S. an, ihr vä­terlich die Wange klopfend, einige ermunternde Worte über ihr Studium sagend – Geheimrat Bier interessiert sich für Elga S. – ihr Vater, Oberst von Sinther, war ein Freund von ihm, er bittet Elga S. zum Abendtee im engen Kreise seiner Familie, indem er bemerkt, dass in seiner kleinen Abendgesellschaft ein bekannter und berühmter persischer Arzt über Telepathie und Hypnose sprechen wird – .

Tiergartenvilla älteren Stils – Empfang bei Geheimrat Bier – Vorfahren von Autos – Elga S. und Henrik Hunwald, der ebenfalls geladen war, kommen in Taxe gefahren – (vorher kann kurz gezeigt werden Elgas freudiges Ankleiden zum Fest und erstes freudiges Aufleben und erneute Lebensbejahung) – in den Räumen der Wohnung des Geheimrats Versammeln der Gäste im Privatvortragssaal – interessante Künstler- und Gelehrtentypen, gute Gesell­schaft – auf das Vortragspult tritt der persische Arzt, Dr. Achmed Nirjhan Bey, schlanke, äus­serst interessante Erscheinung, tadellos sorgfältig gekleidet, schmales blasses Gesicht, dämo­nische Augen, schwarzen Spitzbart – Beginn des fesselnden Vortrags, stechender, aber nicht unsympathischer Blick – in der ersten Reihe sitzt neben Elga S. Henrik Hunwald – schon während des Vortrages ist zu bemerken, dass der Redner unauffällig Elga S. interessantes Ge­sicht und grosse aufmerksame Augen beobachtet – ein gleiches Augenmerk geht von einem ihr schräg gegenübersitzenden Herrn aus im mittleren Alter, der sich ebenfalls für Elga S. interessiert – sie selbst merkt nichts, sondern ist ganz vom Vortrag gefesselt – anschliessend an den Vortrag einzelne hypnotische und telepatische Experimente (sachgemäss ausgebaut durch einige Extraaufnahmen in der Esoterischen Studiengesellschaft) – Dr. Bey nimmt als Versuchsperson verschiedene Herren, zuletzt für einen hypnotischen Versuch Elga S., die er als ein von Natur veranlagtes Medium erkannt hat – der Versuch gelingt glänzend – unauffäl­lig, von den Anwesenden nicht bemerkt, gibt Dr. Bey (Grossaufnahme) ihr eine posthypnoti­sche Suggestion, am nächsten Tag zwischen 12 und 1 Uhr nachts in Fernhypnose zu verfallen – der Vorfall bleibt unbemerkt – nur der junge sich für Elga S. interessierende Herr, der Amateurdetektiv Eduard Stiel hegt Verdacht und beobachtet die Szene mit Misstrauen – er selbst ist Sportsmann, energischer Typ mit harten, aber nicht unsympathischen Gesichtszügen – Schluss des Vortrags – Auflösen der Gesellschaft in einzelne zwanglose Gruppen, die über den Vortrag diskutieren – Geheimrat Bier stellt Elga S. Dr. Bey, der sich in die verschiedenen Gruppen mischt, als seine spezielle Lieblingsschülerin vor – sekundenlanges hypnotisches Versenken, Dr. Beys Augen in Elga S. Augen – erstes Aufkeimen von Angstgefühl in ihr und doch zugleich tiefergehendes Interesse für die äusserst interessante dämonische Erscheinung des Doktors – in einer anderen Gruppe spricht Eduard Stiel mit der Dame des Hauses, Frau Geheimrat Bier, und dem jungen Hunwald über den Vortrag, und auf geschicktes Befragen gibt Hunwald, ohne dass er es merkt, eine nähere Detaillierung über Elga S. – zwanglose Gruppen beim Tee – Diener servieren Liköre – später Aufbruch von Elga S. und Hunwald – Hunwald diskutierend, aus seinem Missfallen für Dr. Bey kein Hehl machend – Elga S. schweigsam – .

Nächster Tag – elegante Junggesellenwohnung des Dr. Bey – derselbe beim Anklei­den, bedient durch einen persischen Diener in gleicher Tracht – unterwürfige Haltung dessel­ben mit über der Brust gekreuzten Armen – Diener selbst asketisches eigenartiges Gesicht – Dr. Bey kurzes herrschsüchtiges Auftreten – erteilt verschiedene Befehle – geht Treppenhaus hinunter – elegantes vornehmes Haus – im Halbdunkel des Treppenhauses dämonisch wir­kende Erscheinung – vor der Tür wartet Auto – Schofför, ebenfalls Orientale – Diener öffnet Schlag, sich ehrfürchtig verneigend – Fahrt durch Grosstadtstrassen – Halten in dunkler Vor­stadtstrasse – Dr. Bey geht diese entlang, menschenleere Gegend – spät nachts – Elga S. Haus – er öffnet mit Sperrhaken Haustüre – Treppenaufgang Taschenlampe – gespensterhaftes Auf­tauchen des Schattens – Elga S. Wohnungstür – Beleuchten des Schildes „Sinther verw.“, dar­unter Visitenkarte, „Elga Sinther, stud. Med.“ – Öffnen der Tür mit Sperrhaken – .

Eine halbe Stunde früher: Elga S. liegt im Bett – liest ein Buch über Psychologie und Experimental-Telepathie – unruhige Gefühle – Angstbeklemmungen – nimmt Pulver – ver­sucht zu schlafen – wirft Buch weg – versucht wieder zu lesen – Uhrzeiger rückt auf 1 Uhr – Punkt 1 Uhr holt zum Schlage aus – Elga S. fährt hoch – greift erschreckt zum Herzen, dann langsam zum Kopf und bleibt in unnatürlichem Starrzustand liegen – die Augen gross nach der Tür gerichtet – Zeiger der Uhr 5 nach 1 Uhr – Tür öffnet sich – Dr. Bey erscheint auf der Schwelle, dämonisch wirkend – geht mit schnellen Schritten zum Bett und spricht die bekann­ten hypnotischen Worte: schlafen sie fest und tief (hier folgt hypnotisches Einschläferungs­experiment, Aufnahme in der Esoterischen Studiengesellschaft). Dr. Bey gibt Elga S. detail­liert folgende Suggestion, die sich nunmehr in Bilderfolge abrollt. Er beschreibt ihr genau den Weg, den sie gehen soll zu einer bestimmten Zeit des übernächsten Tages, den Weg zu sei­nem Hause. Er suggeriert ihr absolutes Vergessen der sonstigen Begleitumstände und ver­schwindet ebenso geheimnisvoll, wie er gekommen war. Elga S. Zeiger der Uhr zeigt 5 Uhr 12 – sie liegt in gleichem Zustande – der Zeiger der Uhr zeigt 2 – sie wacht auf – schaut er­staunt in das auf ihrer Bettdecke liegende Buch – lächelt müde – glaubt wirr geträumt zu haben und hüllt sich fröstelnd in ihre Decke.

Elga S. und Henrik Hunwald sitzen zusammen im kleinen Vorstadtkaffe und plaudern – Henrik erörtert seine Zukunftspläne und lässt deutlicher seine Liebe merken, aber Elga S. behandelt ihn weiter kameradschaftlich – die Uhr zeigt auf die vom Hypnotiseur festgesetzte Stunde – Elga S. beginnt plötzlich unruhig zu werden – ratlos, unentschlossen steht sie auf – Hunwald versucht, sie zurückzuhalten – sie greift zu ihrem Mantel, stürzt fort und prallt an der Tür mit einem Herrn zusammen, dem Privatdetektiv Eduard Stiel, der erstaunt den Hut lüftet und ihr nachsieht – man sieht Henrik Hunwald unterdessen zahlen, Elga S. nachstürzen, auf der Strasse ratlos stehen bleibend – Stiel ist unterdessen zögernd ins Kaffee gegangen, setzt sich an ein Marmortischen, bestellt einen Absint – Hunwald kommt mit einem verstör­ten, ratlosen Gesichtsausdruck zurück, begrüsst Stiel – er setzt sich mit ihm zusammen und Hunwald erzählt ihm sein Leid und das ratlose eigenartige Verhalten von Elga S. – .

Unterdessen eilt Elga S. eigenartigen Ganges durch die Strassen, überquert nächtliche Strassenkreuzungen in Hast, achtet nicht auf das Winken der Polizisten, übersieht Haltesig­nale, wird beinahe mehrmals überfahren – Kopfschütteln der Passanten – macht halt vor dem Hause des Dr. Bey – alle Zimmer sind dunkel – schaut ratlos auf die Häusermauer und die dunkle Fensterfront – wird von einem Angetrunkenen angesprochen – geht ratlos einige Schritte weiter und wird von einem dunklen Drange wieder vor die Haustür getrieben – kämpft mit sich – sie fasst zum Türknauf – die Tür öffnet sich lautlos – sie tritt ein und geht zögernd die ihr fremde Treppe hinauf – .

Unterdessen sitzt Dr. Bey oben in seinem Zimmer, zum Ausgehen angezogen – sieht mehrmals nach der Tür – an der Tür steht wartend der Diener – die Uhr schlägt 1 Uhr nachts – eine Handbewegung zum Diener – dieser öffnet die Tür – man sieht vom Treppenhaus lang­sam heraufkommend die Gestalt Elga S. – sie kommt zögernd herein, bleibt in ihrem hypno­tischen Zustand mit angstvoll aufgerissenen Augen vor Dr. Bey stehen – dieser lädt sie mit einladender Miene zum Sitzen ein – setzt sich, höflich lächelnd, ihr gegenüber – Elga S. er­wacht aus ihrem Schlaf – sie schaut um sich, erstaunt, gibt ihrem Erstaunen Ausdruck – Dr. Bey zieht aus der Tasche einen kleinen Metallspiegel, hält ihr denselben entgegen – er lächelt – sie fixiert den Spiegel – hinter ihr tritt auf einen unmerklichen Wink der armenischen Die­ner und presst ihr blitzschnell ein Tuch vor das Gesicht mit einem Betäubungsmittel – Dr. Bey steht kalt lächelnd auf, geht, ohne sich um die Betäubte zu kümmern, aus dem Zimmer – der Diener hebt Elga S. auf und folgt mit der Bürde – Gang der Gruppe durch mehrere Zim­mer – Emporheben eines Wandteppichs im Schlafzimmer – Öffnen einer Geheimtür – Herab­steigen einer engen Wendeltreppe bis in die Kellerräume – langer Gang – unten im Gang steht an einer eisernen Tür mit einem grossen Riegel der in Leder gehüllte Schofför – er reisst lang­sam die verrosteten und schweren Riegel zurück – die Tür öffnet sich – vor der Tür liegt die Oberfläche eines dunkel dahingleitenden Gewässers, auf dem ein direkt an der Mauer liegen­des Motorboot schaukelt – Herüberheben des Körpers und Einstiegen in das Boot – der Die­ner bleibt zurück und schliesst die Tür – Fahrt des Motorboots, mehrfach kreuzend, durch den nächtlichen Strom zwischen dunklen Speichern und Frachtkähnen – Begegnung mit Polizei­boot, welches aber das Privatboot nicht bemerkt – nächtlicher Park am Flussufer – alter Park­stil – das Motorboot vom Flusse kommend (mehrfache Aufnahmen) – Boot legt an – vorher Austauschen von Lichtzeichen – alte Steintreppe zum Wasser – dort stehen zwei vermummte Gestalten in Art der Schwarzkutten – Dr. Bey gibt ein geheimes Begrüssungszeichen – der Diener übergibt die Betäubte an die zwei Vermummten – Elga S. wird durch den Park ge­tragen – altertümliches Herrenhaus mit anschliessender Kapelle – im Haus selbst grosser schwarz verhangener Saal (Aufnahme nach den Weisungen der Esoterischen Studiengesell­schaft) – neun verhüllte Logenbrüder in der üblichen Tracht – Dr. Bey muss erst mehrere Kontrollen passieren – nun folgt geheime magische Sitzung und magisches Exerzitium nach den Weisungen der Esoterischen Studiengesellschaft, die Praktiken zur Aussendung des As­tralkörpers von Elga S., die vorher von Dr. Bey in tranceähnlichen Zustand gebracht wurde – .

Zu gleicher Zeit Geheimsitzung im Arbeitszimmer des Regierungspräsidenten – einige Diplomaten und Staatssekretäre sind versammelt – der Ministerpräsident eröffnet die Sitzung – Beschlussfassung über einen geheimen Staatsvertrag – einer der Staatssekretäre liest den Vertrag vor – die Duplikate werden verglichen – der Vertrag wird im Anfang im Bild gezeigt – unterdessen löst sich (durch Trickaufnahme darstellbar) aus der Wand oder auch dunkle Portiere – die Gestalt Elga S. im ätherischen Zustand, tritt unbeobachtet und unbemerkt von den Anwesenden hinter den vorlesenden Staatssekretär, aufmerksam das Schriftstück über seine Schulter gelehnt, mitlesend – .

Elga sitzt im Original in medialer Trancehaltung inmitten der Loge und wird gezwun­gen, unter dem hypnotischen Einfluss des Dr. Bey stehend, mit tonloser Stimme den Vertrag, den sie im Astralbild im Regierungspräsidium aufgenommen hat, herzusagen – einer der Lo­genbrüder schreibt im Stenogramm mit – Regierungspräsidium – Bildwirkung: der Schluss­satz des Geheimvertrags wird gezeigt – Bildwirkung: in der Loge das nach Angabe des Medi­ums vom Sekretär hergestellte Schriftstück zeigt mit anderen Schriftzügen dieselben Worte, denselben Schlusssatz, dadurch Gleichlautung der Schriftstücke kenntlich machend – im Re­gierungspräsidium Untersieglung der Verträge – Verabschieden der beteiligten Sekretäre und Diplomaten – in der Loge tragen mehrere vermummte Brüder auf einer Bahre die bewusstlose Elga S. hinaus – man sieht den Logenmeister das medial empfangene Schriftstück, die Kopie des Vertrages, mit einigen passenden Begleitworten versehen und einem Logendiener über­reichen als Botschaft – .

Dem Vertreter einer fremden Macht wird in dessen Arbeitszimmer durch einen Boten ein Schriftstück überreicht – er entsiegelt es und hält das geheime Schriftstück, das seine Staatsinteressen berührt, in den Händen – der Bote macht das Logenzeichen – der Staatsange­hörige einer fremden Macht entlässt ihn mit dem gleichen Logengruss – .

Man sieht einen langen unterirdischen Korridor, gewölbeartige Kellerräume eines Her­renhauses, Halbdunkel, einzelne schwere Eisentüren gehen ab – im Hintergrunde des Gewöl­bes taucht ein vermummter Diener auf, trägt eine Kerze in der Hand und leuchtet dem ihm folgenden Dr. Achmed Nirjhan Bey – vor einer Eisentür macht sie halt – sie wird aufge­schlossen – Dr. Bey tritt ein – kleines einfach möbliertes Zimmer mit Bett, zellenmässig – Elga S. steht am vergitterten Fenster und schaut sehnsüchtig nach draussen – Elga führt einen Wortwechsel mit Dr. Bey – sie ist verzweifelt, bittet, fleht, wirft sich im zu Füssen – er schüt­telt den Kopf verneinend, löst ihre Hände, beugt die vor ihm Kniende nach hinten – Einsetzen hypnotischen Experimentes – er hebt die nun Willenlose aufs Lager, schliesst ihr die Augen mit den Worten: „Schlafen Sie fest und tief“ und verlässt die Zelle – .

Arbeitszimmer des Ministerpräsidenten, bei ihm ist der Chef der politischen Polizei – er selbst sitzt an seinem Diplomatenschreibtisch – er hat den Privatdetektiv Eduard Stiel rufen lassen – bespricht mit ihm die längst bemerkte, aber noch nicht bewiesene Arbeit der gehei­men unterirdischen Loge. Er erklärt ihm, dass er ihm Gelegenheit geben würde, auf Grund seiner Empfehlungen als Bruder in die Loge einzutreten – der Chef der politischen Polizei teilt mit, dass es einem seiner Leute gelungen sei zu ermitteln, dass ein Logengesandter an einem bestimmten Tage von London nach hier gelangen würde – der Chef der politischen Polizei bespricht den Plan, diesen Mann abzufangen und ihm die Geheimnisse der Loge zu entlocken – .

Zimmer von Elga S. – Hunwald sitzt auf dem Bett, hält in der Hand das Bild von ihr und ist in ihren Anblick versunken, schmerzzerquälte Züge – es rinnen ihm langsam die Trä­nen – Stiel durchsucht unterdessen sorgfältig alle Behälter, Schränke, Briefschaften nach An­haltspunkten, vergebliches Bemühen – er geht zu Hunwald, legt ihm die Hand mit der Geste des Bedauerns auf die Schulter und spricht ihm Mut zu – beide verlassen das Zimmer – .

Einfahrt eines D-Zuges in die Bahnhofshalle – ein elegant gekleideter, älterer Herr verlässt den Zug, wird unauffällig von mehreren Detektiven verfolgt und an gelegener Stelle verhaftet und unauffällig ins Polizeipräsidium eingeliefert – dort Verhör durch den Polizei­chef, Versuch, ihn nach der Loge auszufragen, vergebliche Durchsuchung des Gepäcks – der Befragte setzt allem Ausfragen ein undurchdringliches Schweigen entgegen – beherrschte eisige Persönlichkeit – im Hintergrunde als unbeobachteter Zuschauer der Unterredung der Detektiv Stiel, er beobachtet alle Bewegungen des Fremden, skizziert auf seinen Zeichen­block das Profil, Haltung, Rhythmus der Gliedmassen, Gesichtszüge – der Fremde wird photographiert – Telefongespräche des Polizeichefs mit Geheimrat Bier, ungefähr folgenden Inhalts: Herr Geheimrat Bier, Psychiater und medizinischer Sachverständiger für Hypnose, wird gebeten, den Fremden durch gewaltsame Hypnose gefügig zu machen – er sagt zu – .

Ärztliches Sprechzimmer in der Klinik des Geheimrat Bier – der Fremde tritt ein, ge­führt und bewacht von Kriminalisten, anwesend Detektiv Stiel, der Chef der politischen Poli­zei, beide unauffällig im Hintergrunde – Geheimrat Bier fordert den Fremden auf, Platz zu nehmen, beginnt Unterhaltung und dann eine oberflächliche ärztliche Untersuchung, Prüfen der Sehreflexe usw. – auf einen Wink des Geheimrats springen zwei Kriminalisten hinzu, hal­ten den Überraschten auf dem Stuhl fest, Geheimrat Bier hält eine Ätherflasche unter die Nase des Fremden – vergebliches Wehren – leichte Betäubung – die Kriminalisten treten zurück – Geheimrat Biers hypnotisches Experiment gelingt – eindringliches Befragen über ihn selbst: Wer schickt Sie? – Welcher Loge gehören Sie an? – Geben Sie mir das Erkennungszeichen! – Im Hintergrunde stehen in höchster Spannung der Detektiv sowie der Chef der politischen Po­lizei (dramatischer Höhepunkt) – der Hypnotisierte macht langsam und ohne seinen eigenen Willen das Brudererkennungszeichen – geben Sie mir das Passwort! – auch das geschieht – grüssen sie mich mit dem Zeichen des fünften Grades! Auch das geschieht – Ende der Scene – der Fremde wird herausgeführt – .

Detektiv Stiel sitzt in seinem Ankleideraum, um ihn stehen die Skizzen und Bilder des Fremden – Stiel schminkt sich die Maske des Fremden, zieht die Kleidung des Fremden an, erscheint zuletzt als genaue Kopie, geht vor dem Spiegel prüfend auf und ab – .

Grosses Handelsgeschäftshaus – der Fremde, jetzt Detektiv Stiel, erscheint, lässt sich im Vorraum bei dem Direktor melden – wird empfangen – der Diener gibt die Karte ab – Em­pfangsraum des Grosskaufmanns – derselbe hat brutale kaufmännische Gesichtszüge, starke Persönlichkeit – er nimmt die Karte, schaut prüfend auf den Fremden, dieser tritt einige Schritte vor und macht das Brudererkennungszeichen – der Grosskaufmann erwidert dasselbe, gibt einen Fragesatz, der Fremde antwortet mit dem Passwort – sie tauschen Händedruck – (besondere Aufnahme des Händedrucks, geheimes Logenerkennungszeichen) – es beginnt längeres Gespräch zwischen den beiden – der Grosskaufmann sagt, er liesse ihn am nächsten Tage, am Sonnabend, als Gast der Loge abholen, halten Sie sich um 7 Uhr bereit! – .

Der Fremde, Detektiv Stiel, sucht Hotel auf, mietet Zimmer – man sieht ihn Hotelzim­mer betreten und Zimmerkellner verabschieden – .

Chef der politischen Polizei liest ein Schreiben, bildlich sichtbar in den Endzeilen, von Stiel unterschrieben – ich werde also am Sonnabend in die Loge als Gast aufgenommen, las­sen Sie mich unauffällig durch einige ihrer fähigsten Beamten beobachten und bewachen – Chef der Politischen Polizei drückt auf einen Knopf – es erscheint der diensttuende Sekretär – der Chef gibt ihm verschiedene, darauf hindeutende Befehle – .

Sonnabend Hotelvestibül – der Fremde kommt mit einem eleganten Herrn plaudernd die Treppe herunter, beide besteigen ein Auto – unauffällig werden sie von zwei Privatdetek­tiven, von denen der eine als Hotelgast im Vorraum sich aufgehalten hatte, mit dem nächsten bereit stehenden Auto verfolgt – Fahrt der beiden Autos durch die nächtliche Stadt – Halten vor Auffahrt des schon einmal erwähnten Herrenhauses – Frontauffahrt – eine Menge anderer Autos kommen – Diener sind vor dem Eingang – es hat den Anschein, als empfängt der Haus­herr Gäste – in dem Saal versammelt sich eine distinguierte Gesellschaft – dem Aussehen meistenteils Kaufleute, viel jüdischer Einfluss, höhere Beamte – Beginn eines Bankettes – am Ehrenplatz thront der Grosskaufmann – später Aufheben der Tafel – Versammeln der Herren im Spielzimmer – man sieht durch Blickaustausch und geheime Zeichen, wie sich in einem größeren Vorraum eine bestimmte Anzahl der markantesten Persönlichkeiten unauffällig ver­sammeln – der Hausherr tritt plötzlich aus dem Nebenzimmer unter die Gäste mit einladender Bewegung – auch der Fremde, Stiel ist dabei – er ist verschiedenen Herren vorgestellt worden – durch einen Vorraum, der sich durch nichts besonderes von den gewöhnlichen Wohnräumen unterscheidet, schreiten die Gäste einzeln durch eine geöffnete Schranktür in den geheimen Gang – man sieht sie in der Doppelwand des Gebäudes, geheime Treppen nach unten steigen­de Fremde, Stiel wird von einem Herren aufgefordert sich anzuschliessen – kellerähnliches Gewölbe, nur mit Stühlen ausgestattet, erhellt durch altertümliche Ampeln – Stiel wird aufge­fordert, auf einem Stuhl Platz zu nehmen – die einzelnen Herren, die zuerst kleine Gruppen bildeten, verlassen den Raum durch eine andere Tür – Stiel bleibt eine Weile allein – die Tür öffnet sich wieder, und heraus tritt eine vermummte Person, ihn durch Handbewegung auffor­dernd, näher zu treten – er tritt ein in den eigentlichen Vorraum der Loge, ein viereckiges Ge­mach, das leer ist, bis auf eine weitere Tür, vor der die zwei Brüder als Aufseher stehen – hier folgt nunmehr die rituelle Aufnahme der Loge nach den Weisungen der Esoterischen Studien­gesellschaft – die Loge vollzieht sich nach den üblichen Ritualen – Stiel befindet sich unter den Anwesenden – er ist aber nicht zu erkennen, denn auch ihm ist eine Kutte übergeworfen – nach dem großen Ritual fordert der Meister vom Stuhl die graduierten Brüder auf, ihm zu folgen, um in der Graduierungsloge die mündliche Botschaft des Ordensmeisters von England durch den dazu beauftragten Bruder (gemeint ist Stiel) entgegen zu nehmen – verschiedene, mit unauffälligen Gradabzeichen versehen Brüder des 5. Grades verlassen feierlich an dem Meister vorbei, unauffällig das Erkennungszeichen des 5. Grades machend, darunter auch Stiel, den Raum – ein neues kleineres Gemach – Ritual des 5. Grades – der Meister spricht: wir sind in Arbeit des 5. Grades, der fremde Bruder ist unter uns, wir heissen ihn willkom­men; bevor wir zu unserer eigentlichen Arbeit schreiten, beginnen wir nach altem Brauch uns zu erleuchten – es folgt hier eine Trick-Aufnahme, indem durch eigenartige Hebelwerkzeuge (der ganze Raum trägt einen etwas technischen Charakter) der Raum nach und nach in ein geheimnisvolles Licht gehüllt wird, das Röntgencharakter trägt – man sieht, wie die Men­schen in den Kapuzen sichtbar werden – bildliche Aufnahmen eines jeden Menschen, gleich­sam unter der Hülle durchscheinend – man sieht bekannte, vorher im Gesellschaftskreis vor­handene Gesichter unter den Kapuzen auftauchen, darunter auch das Gesicht des Dr. Achmed – aber durch die röntgenartige Lichtwirkung sieht man nunmehr die Gestalt des Detektivs wohl zuerst erscheinen, aber dann sieht man deutlich (durch Großaufnahme) wie sich der angeklebte Bart und die künstlichen Merkmale, die er hat, unzweifelhaft bemerkbar machen – man sieht zugleich ein erstarrendes Erschrecken über das Gesicht des Detektivs laufen – aller Augen richten sich auf ihn – Dr. Achmed springt an eine Art Schaltwerk, drückt rasch ver­schiedene Knöpfe, und rings um den Detektiv spaltet sich blitzschnell der Boden, indem ge­heime Fussbodenplatten, die vorher symbolisch durch Figuren gekennzeichnet waren, mit­samt den einzelnen Brüdern blitzschnell versinken – Detektiv Stiel reisst unter der Kutte seinen Browning hervor, will schiessen, doch vergebliche Schüsse, denn die Brüder und der Meister sind verschwunden – .

Der Detektiv befindet sich nun in dem Raum allein, die Fussplatten sind wieder ge­schlossen – er hat die Kapuze vom Kopf gerissen und versucht vergeblich, sich durch Abta­sten der Wände zu befreien und zu orientieren – es beginnt aus den Ritzen des Fussbodens ein beissender Dampf zu steigen – er taumelt, sinkt bewusstlos zu Boden – .

Der Logenraum wie vorher – nach den Weisungen der Esoterischen Studiengesell­schaft sitzen die Brüder in einer besonderen Reihenfolge um Stiel, der auf einem grossen Stuhl so gefesselt dasitzt, dass er weder Kopf noch Hände oder Füsse bewegen kann – Todes­ritual der Loge – auf einen Wink des Meisters teilt sich ein Vorhang an der einen Wand des Zimmers, und es wird eine mehrere Meter grosse, polierte Stahlscheibe sichtbar, in der sich das Bild des Verurteilten spiegelt – auf einen Druck des bedienenden Bruders beginnt sich die Scheibe langsam zu drehen – es folgt die sogenannte Odentziehung des Verurteilten – nähere Erklärung Esoterische Studiengesellschaft – .

Der Student Hunwald liegt in einer Klinik erkrankt, im dämmerigen Halbschlaf, in Decken eingehüllt – Geheimrat Bier ist bei ihm und gibt einer Schwester bestimmte Weisun­gen für Arzneien – Bilderaufnahme: Hunwald träumt von Elga S. – er sieht sie gestaltlich in der ungefähren Umgebung, in der sie sich befindet – Hunwald fährt hoch und versinkt in eine Art mediale Schau – Erläuterungen Esoterische Studiengesellschaft – .

Elga S. lieg in ähnlichem Zustand in ihrer Zelle – sie sieht in kurzer Bilderfolge die Geschehnisse der letzten Stunden von Beginn der Logensitzung an, nur dass sie den Detektiv Stiel gleichsam in Helltrance verfolgt bis zu seiner Gefangennahme – es folgt höchster exta­tischer Zustand von Elga S. – Aussenden von telepathischen Hilferufen, die ihren Widerhall finden in Hunwald – .

Hunwald beginnt wie geistesabwesend dem aufhorchenden Geheimrat Bier die Ereig­nisse, die ihm telepathisch mitgeteilt werden, zu schildern – Geheimrat Bier stürzt rasch ent­schlossen zum Apparat – Verbindung mit dem Chef der politischen Polizei – .

Einschalten Bild: Chef der politischen Polizei nimmt Gespräch in Empfang – er durch­fliegt schnell die eingelaufenen Meldungen über die Beobachtung der Kriminalisten, welche das Logenhaus bewachen – er stürzt aus dem Zimmer – nimmt Dienstauto – fährt mit einer Art Überfallkommando, wobei unterwegs Geheimrat Bier aufgenommen wird, zum Logen­haus – Sturm auf dasselbe – Durchsuchen des Gebäudes von Kriminalisten – vergebliches Aufschliessen der Türen – dann durch Beschreibung von Hunwald Auffinden der Zelle, in der Elga S. liegt – dramatische Szene: Elga S. springt auf im Trancezustand, geht mit vorgestreck­ten Armen wie geistesabwesend durch die Reihen der Polizisten hindurch, die ihr folgen – mit ihrer Hilfe entdeckt man mehrere geheime Türen und dringt in die im Logenraum erwähnten Geheimgemächer ein – man findet den Detektiv, auf dem Stuhl sitzend, die Scheibe dreht sich noch – Stiel ist in einem dem Tode nahen Zustand – man befreit ihn – er wird gestützt hinaus­geführt – Geheimrat Bier bemüht sich währenddessen um Elga S. – .

Dunkler, von Mondlicht erhellter Teil des Parks des Herrenhauses – aus einem Rasen­stück hebt sich eine geheime Falltür – dem verborgenen Gang entsteigen die wichtigsten ge­heimen Logenbrüder – der Park ist umstellt – man sieht Kriminalisten und Beamte – doch es gelingt den Logenbrüdern das Motorboot am Wasser (siehe eine der vorhergehenden Szene­rien) zu erreichen – im letzten Augenblick Auftauchen der Verfolger, Revolverschusswechsel – das Motorboot entkommt, da die Beamten keine Fahrzeuge haben – .

Geheimrat Bier am Krankenlager von Elga S. – Morgensonnenstimmung – ihr gegen­über sitzt am Kopfende im Lehnstuhl in Decken gehüllt Henrik Hunwald – er schaut sie voll Liebe an – streichelt ihre Hand, sie lächelt – Geheimrat Bier tritt ein, gefolgt von Kranken­schwester und Stiel – Stiel bringt grosse Rosen, legt dieselben auf das Bett von Elga S., er­kundigt sich nach ihrem Befinden und geht dann wieder von Geheimrat Bier begleitet, der mit ihm im Korridor spricht und offensichtlich zufriedenstellende Äusserungen über das Befinden der Beiden macht – während die Tür sich hinter den Beiden geschlossen hat, schauen sich Hunwald und Elga in die Augen – sie erwidert jetzt seine offen gezeigte Liebe und zieht mit einer liebevollen Bewegung den Kopf des Studenten zu sich herab – beide küssen sich – .

Laufsteg eines Dampfers, über den unter der Menge der Reisenden ein schlanker, elegant gekleideter Herr, Dr. Bey, geht – Kontrolle der Bordgäste durch Hafenpolizei – bei Visierung des Passes von Dr. Bey stutzt der Beamte, da macht Dr. Bey unauffällig, aber doch für den Zuschauer bemerkbar, das Logenzeichen – der Beamte visiert mit einem verstehenden Gesicht den Pass – .

Heck des Dampfers in Fahrt – an der Reeling steht mit dämonischem Gesichtsaus­druck hohnlächelnd Dr. Bey, die Hände in der Logenhaltung, das Meisterzeichen auf der Brust machend. – .

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