Die Gründung der vollkommenen und gerechten, geheimen, mystisch-magischen Loge Fraternitas Saturni

(Auszug aus meinem Buch: Die ersten Jahre der Fraternitas Saturni)

Die Gründung der vollkommenen und gerechten, geheimen, mystisch-magischen Loge Fraternitas Saturni1

Bevor ich näher auf die Gründung der FS eingehe, seien zuvor ein paar Anmerkungen erlaubt. Es ist erstaunlich, dass bis heute die meisten Autoren, selbst FS-Mitglieder, nicht viel über die Gründungszeit der FS wissen. Was bis jetzt darüber in Publikationen kolportiert wurde, fußt auf der vermeintlich historischen Chronik von FS-Meister Giovanni (d. i. Karl Wedler, 1911–2009)2. Ich möchte daher einen kritischen Blick auf Wedlers Ausführung werfen und ein paar Punkte in seiner Ausführung beleuchten. Meister Giovanni beginnt in seiner im Jahre 1959 veröffentlichten Chronik mit der Geschichte einer Bruderschaft des Saturns, die bereits Ende des 17. und zu Beginn des 18. Jahrhunderts sowohl in Dänemark wie auch in Schweden existiert haben soll. Zu dieser Darstellung ist eine handschriftliche Notiz von O. W. Barth an Eugen Grosche von Interesse. Barth hatte noch vor der offiziellen Erleuchtung der FS in einem Brief folgende Bemerkung an den Rand gesetzt:

Kennen Sie den Aufsatz „Saturnbrüder“ von W. Münster, Kopenhagen in den Astrologischen Blättern[3] vom April 1926?“4

In dem darauf erfolgten Antwortschreiben ging Grosche in einer kurzen Antwort auf Barths Hinweis ein:

Mit dem Verfasser des Artikels „Saturn-Brüder“ in den „Astrologischen Blättern“ haben wir nichts zu tun. Wir kennen ihn und seine Ziele nicht, offenbar handelt es sich hier um eine schriftstellerische Phantasterei, die natürlicherweise ihren guten Gedanken und Kernpunkte hat, aber ausschließlich über phantastische Vermutungen nicht hinausgeht.“5

Umso erstaunlicher ist es, dass die skandinavischen Saturnbrüder dennoch ihren Einzug in die Geschichtsschreibung der FS gefunden haben. Meister Giovanni notierte dazu:

Aus alten Annalen ist bekannt, daß ausgangs des 17. und zu Anfang des 18. Jahrhunderts sowohl in Dänemark als auch in Schweden eine Bruderschaft des Saturn [sic!] bestand. Diese Bruderschaften waren zahlenmäßig nur klein, führten ein verborgenes Dasein und beschäftigten sich hauptsächlich mit Mystik, Alchimie und Esoterik.“6

Die wenigen Dinge, die Giovanni über die Bruderschaft zu berichten hat, überschneiden sich mit Angaben in dem von Grosche als „Phantasterei“ abgeurteilten Artikel in den Astrologischen Blättern. Warum von Giovanni trotz Grosches früherem, abschlägigem Urteil die „Saturnbrüder“ ins Spiel gebracht wurden, liegt im Verborgenen. Der nächste Punkt, dem ich mich in Wedlers „Chronik der Loge Fraternitas Saturni“ kritisch zuwenden möchte, betrifft den Satz:

Im Jahre 1921 gründete der Buchhändler und Redakteur Eugen Grosche im Auftrage des Großmeisters Recnartus vom deutschen Rosenkreuzertum mit sämtlichen ihr angeschlossenen Orden die Pansophische Loge – Orient Berlin.“7

In dieser Darstellung sind zwei entscheidende Fehler enthalten. Zum einen wurde die Pansophische Loge der lichtsuchenden Brüder Orient Berlin nicht 1921, sondern erst am 16. Dezember 1924 gegründet. Zum anderen war Tränker niemals der Großmeister der deutschen Rosenkreuzer, da eine solche Gruppierung überhaupt nicht existierte. Die unterschiedlichen deutschen Rosenkreuzergruppen waren viel zu zerstritten, als dass sie sich auf einen verbindlichen Großmeister hätten einigen können.

Meister Giovanni ist die Quelle für die irritierenden Mitgliederzahlen, die Tränkers Pansophische Bewegung verlassend, Grosche in die Fraternitas Saturni gefolgt sein sollen. Laut Wedler sind „1/3 der früheren Mitglieder nicht gewillt gewesen“, Grosche zu folgen. Die überwiegende Mehrheit von „ca. 40 Mitgliedern“8 wäre ihm jedoch treu geblieben. Diese Zahlen geistern seitdem durch verschiedene Publikationen. Adolf Hemberger, dessen ungenannte Quelle Meister Giovanni war, sprach daher ebenfalls von „etwa vierzig Mitglieder[n]“9, die sich für die FS entschieden hätten und von zwanzig Mitgliedern, die nicht in die FS eingetreten wären10. Friedrich Wilhelm Haack spricht wiederum von „fünf Fratres“11, die die FS gegründet hätten. Beide Zahlenangaben klaffen, für jeden ersichtlich, weit auseinander. Dies liegt an dem Gründer der FS, Eugen Grosche, selbst. Genaue Zahlen wollte er nicht publizieren und streute zudem in der Öffentlichkeit Gerüchte, die seiner neuen FS eine größere Anhängerschaft zubilligten12. Interne Dokumente, die in den Archiven erhalten geblieben sind, geben jedoch Antwort auf die Frage nach der wahren Zahl der überwechselnden Logenmitglieder. Ein in den Akten befindlicher „Entwurf einer Neugliederung des COLLEGIUM PANSOPHICUM“, der an Grosche adressiert war, ist hierbei von großer Bedeutung. Darin wird berichtet, dass das Collegium kurz vor seiner Auflösung „noch aus 7 geweihten Brüdern“ bestand, deren „Namen unbekannt bleiben müssen.“ Für uns sind die Namen jedoch nicht mehr unbekannt. Es waren:

  1. Albin Grau
  2. Ernst Otto Franck
  3. Eugen Grosche
  4. Max Staack
  5. Hans Müller
  6. Artur Schumacher
  7. Joachim Winckelmann

Wie wir aus dem vorherigen Kapitel wissen, waren Albin Grau und Ernst Otto Franck bei der Gründung der FS nicht mehr mit von der Partie. Folgerichtig schrumpfte die Zahl der Fratres auf fünf Personen zusammen.

Eugen Grosche [Fra Gregorius]

Max Staack [Fra Maacks]

Hans Müller [Fra Johannes]

Artur Schumacher [Fra Erasmus]

Joachim Winckelmann [Fra Angulus]

Nur diese fünf ehemaligen Pansophen bildeten den wahren Kern bei der Erleuchtung der FS. Ich möchte an dieser Stelle darauf hinweisen, dass die Logennamen, die die fünf Gründerväter in der FS verwendeten, Überbleibsel der Pansophischen Loge waren.

Ein weiteres Überbleibsel der aufgelösten Pansophischen Loge der lichtsuchenden Brüder Orient Berlin waren die Neophyten im Vorhof der Loge, die noch nicht in den inneren Kreis aufgenommen worden waren13. Auf sie hatte Grosche von Anfang an ein Auge geworfen. Sie sollten die neu gegründete FS zahlenmäßig auf einen Schlag nach oben schnellen lassen. Wer dies im Einzelnen war, kann nicht abschließend gesagt werden, denn die Aktenlage ist in diesem Punkt möglicherweise lückenhaft. Es gibt zwar ein frühes Mitgliederverzeichnis und Personalakten der FS, genauso wie von der Pansophischen Loge, aber inwieweit diese vollständig sind, kann nicht mit letzter Sicherheit gesagt werden14. Es könnte gut sein, dass ein Teil der Akten kriegsbedingt zerstört worden ist. Auch ist denkbar, dass durch die Beschlagnahmung der Akten durch die Gestapo, die spätere Verschleppung der Unterlagen durch die russische Armee nach Moskau wie auch bei deren Rückführung in die ehemalige DDR Bestände auseinandergerissen wurden15.

Trotz der Unsicherheiten mit den Personalakten kann man für die Gründung der FS relativ sicher eine Aussage hinsichtlich der übernommenen Neophyten machen. Es existiert ein Brief von Eugen Grosche, der uns Auskunft über die Zahl der betreffenden Neophyten gibt. Das diesbezügliche Schreiben vom Meister vom Stuhl war an Max Staack (d. i. Fra Maacks) adressiert. Darin schrieb Grosche:

Da wir am Sonnabend [d. i. 8. Mai 1926] sämtliche Neophyten in die Loge aufnehmen wollen, so bekommen wir doch wieder einen Kreis von ca. 15 Personen.“16

Aus berufenem Munde haben wir nun die Bestätigung, dass die in der Literatur herumgeisternden Zahlen der angeblichen Gründungsmitglieder falsch sind. Um uns der Frage zu nähern, wer sich nun mit bürgerlichem Namen hinter den 17 Neophyten verbarg, kommt uns eine Liste zu Hilfe. In den Archivbeständen existiert nämlich ein Namensverzeichnis der Neophyten, die mit der Pansophischen Loge der lichtsuchenden Brüder Orient Berlin in Verbindung standen. Ich gebe die Liste so wieder, wie man sie im Archiv einsehen kann:

Neophyten

Georg Dick 17.2.70 Berlin S Jacobikirchstr. 6

Paul Fuhrmann Berlin NW Thomasiusstr. 26 IV

Friedrich Kluge 16.3.88 Berlin W 35 Flottwallstr. 9 II

Otto Bethke 28.7.01 Neukölln Steinmetzstr. 39

Paul Schneider 10.1.69 Wilsnack Kolonie 5. Am Park 2

(Berlin Schöneberg Torgauerstr. 8)

Alfred Piskorski 29.6.70 (Berlin Schöneberg Martin Lutherstr. 44)

Berlin W Courbière Str. 14

Normann Sigbert Berlin W Ludwigskirchstr. 70a IV

Elisabeth Fuhrmann Berlin NW: Thomasiusstr. 26 IV

Klara Dreier 6.8.86 Berlin W Lützowstr. 78

Elisabeth Nadorff Berlin W Eisenacherstr. 11b IV

Else Wissmann 16.7.97 Berlin Weißensee Sedanstr. 61

Berlin Strabauerstr. 44/45

Deutscher Beamten Waaren Versorgung

Artur Schumacher 27.10.98 Berlin Wilmersdorf Kaiser Allee 181

Gustav Stabenow 27.11.65 Berlin Wannsee Dreilindenstr. 1

Otto Beier 7.8.70 Neukölln Boddinstraße 27

Johanna Wildt 21.5.1900 Berlin N Stettinerstr. 53 Kindergarten

[Willy] Schlaich

[Henrik] Hunwaldt 24.7.08

A. Laubsch Berlin Potsdamerstr. 121

Maja Schuffelhauer Berlin W Motzstr. 70

Richard Lübeck Berlin Steglitz Mommsenstr. 45

A[ugust] Müller Berlin N 58 Schönhauser Allee 73

Hedwig Ziemann Berlin W 30 Bayreutherstr. 18

Magda Boldt Berlin Dahlem Werderstr. 12 II

Paul Bohn Berlin

Rud. Pfeiffer Berlin O Liebigstr. 6

Joh[ann] Wolf Berlin SW Hallesches Ufer 9

Die Personen, deren Namen durchgestrichen sind, hatten Grosche bereits im Vorfeld mitgeteilt, dass sie nicht in die FS überwechseln wollten. Ob die restlichen Neophyten alle in die FS wechselten oder ob sie erst nach Erstellung der Liste ihren Austritt erklärten, ist nicht bekannt. Im ersten Mitgliederverzeichnis der FS tauchen nur 17 Namen aus dieser Neophyten-Liste wieder auf. Sicher identifiziert als ehemalige Neophyten und danach als neue FS-Logenmitglieder sind:

Otto Bethke

Paul Bohn

Magda Boldt

Klara Dreier

Henrik Hunwaldt

Friedrich Kluge

Richard Lübeck

August Müller

Rud. Pfeiffer

Alfred Piskorski

Willy Schlaich

Paul Schneider

Maja Schuffelhauer

Artur Schumacher

Else Wissmann

Johann Wolf

Hedwig Ziemann

Als Resümee kann man sagen, dass sich die FS anfänglich aus insgesamt 22 Personen zusammensetzte. Es wird durch die Archivalien für jedermann ersichtlich, dass die von Meister Giovanni ins Spiel gebrachte Zahl „40“ nicht viel mit der Realität zu tun gehabt hat.

Um nun wieder zu den Angaben von Meister Giovanni (d. i. Karl Wedler) zurückzukehren, möchte ich einen Punkt ganz besonders hervorheben. Es ist das von ihm in die Welt gesetzte, falsche Gründungsdatum der FS. Laut Wedler erfolgte die offizielle Erleuchtung der Fraternitas Saturni zu Ostern 192817. Doch diese Behauptung ist nachweislich falsch!

  • Das Gründungsdatum der Fraternitas Saturni ist und bleibt offiziell: Samstag, der 8. Mai 1926.

Es liegt der Verdacht nahe, dass Meister Giovanni, der erst nach dem Zweiten Weltkrieg Mitglied der FS wurde, einfach Daten durcheinandergebracht hat. Am Gründonnerstag 192618, dem Tag vor Karfreitag, fand die Schließung der Pansophischen Loge der lichtsuchenden Brüder Orient Berlin statt. Warum Wedler die Gründung der FS auf diesen Tag und auch noch zwei Jahre später datiert hat, weiß nur er allein. Da er weder an dem einem noch an dem anderen Datum persönlich teilgenommen hatte, beruhte seine fälschliche Darstellung nur auf Hörensagen. Er konnte sich bei seiner Behauptung nicht auf Originaldokumente berufen, da diese zu jener Zeit noch unzugänglich in DDR-Archiven lagerten. Meister Giovannis angeblichem Gründungsdatum widersprechen eindeutig die historischen Quellen, wenn auch die meisten Autoren aufgrund der fehlenden Archiveinsicht bis heute hartnäckig etwas anderes behaupten.

Zwei weitere Punkte, die belegen, dass der 8. Mai 1926 das korrekte Gründungsdatum ist, sind heute ebenfalls für jeden in den Archiven einsehbar. Der eine betrifft die von der FS gewählte astrologische Verschlüsselung des Datums, auf das ich in meinem Buch ausführlich eingehe. Soviel sei jedoch gesagt, der hierfür gewählte Startpunkt ist ohne jeden Zweifel der 8. Mai 1926. Den anderen Beleg, dass Meister Giovanni sich irrte, kann man ebenso in den erhalten gebliebenen Akten sehen oder besser gesagt nicht sehen. In keiner der zahlreichen von Grosche seit 1926 erstellten Personalakten findet sich auch nur ein Hinweis auf eine spätere Gründung der FS. Das Wedler-Datum ist in Archivbeständen nicht existent! Im Gegensatz dazu finden sich zahlreiche Briefe aus dem Jahr 1926, die auf die Gründung eingehen. Die Aktenlage ist in diesem Punkt eindeutig!

Meister Giovannis Chronik ist noch in einem weiteren Punkt ungenau. Er behauptete:

Im Jahre 1933 wurden die Fraternitas Saturni sowie alle anderen einschlägigen okkulten Logen, Gesellschaften und Vereinigungen durch die NSDAP verboten.“19

Diese Darstellung, die auf einer Behauptung von Eugen Grosche selbst beruht20, ist historisch gesehen falsch. Die Nationalsozialisten schufen sich 1933 erst die gesetzlichen Grundlagen zur Schließung freimaurerähnlicher Organisationen, zu der die FS in ihren Augen zählte. Nach Grosches eigener Darstellung soll seine Okkulte Buchhandlung „Inveha“ angeblich 1933 auf Betreiben staatlicher Stellen hin geschlossen worden sein21. Diese Aussage impliziert für den Betrachter, bedingt durch die damaligen Zeitumstände, dass es sich bei der Schließung um einen Akt der neuen nationalsozialistischen Regierung gehandelt haben müsste. Ob die Vermutung wirklich so stimmt, muss bezweifelt werden, denn es gibt zwei Belege, die eindeutig gegen eine Schließung durch die Nationalsozialisten sprechen. Zum einen findet sich bereits im Adressbuch des deutschen Buchhandels22 aus dem Jahre 1933 der Hinweis, dass die Okkulte Buchhandlung „Inveha“ erloschen sei. Wenn man bedenkt, dass das Adressbuch meist gegen Ende des vorhergehenden Jahres herauskam, in unserem Falle also 1932, so spricht dies eindeutig gegen einen politischen Akt der neuen Regierung. Zum anderen gibt es ein Flugblatt von Eugen Grosche, das belegt, dass die Schließung der okkulten Buchhandlung aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten erfolgte23.

Die FS war von der Aufgabe der Buchhandlung nicht betroffen und arbeitete unbehelligt mindestens bis zum März 1934 weiter. Das belegen wiederum offizielle Schriftstücke der Loge in den Archiven24. Ob die FS sich im Jahre 1934 möglicherweise selbst auflöste oder wie die Pansophische Bewegung von Heinrich Tränker im Oktober 1934 zwangsgeschlossen wurde, kann bis jetzt nicht mit Sicherheit gesagt werden.

1 Nach dem Zweiten Weltkrieg bezeichnet sich die FS als eine gerechte, erleuchtete, geheime, rituelle und magische Loge. Eine Erläuterung dieser Bezeichnungen findet man bei: Gregorius – Über den organisatorischen Ausbau der Loge und den Graduierungsplan der „Fraternitas Saturni“. In: Blätter für angewandte okkulte Lebenskunst, XIV. Jg. 1963, Heft 154 (Januar), S. 4 f. Eine etwas abweichende Erklärung findet sich bei: Hemberger – Documenta et Ritualia Fraternitas Saturni (1977), Bd. 1 a, Bl. 113.

2 Siehe: Giovanni – Chronik der Loge „Fraternitas Saturni“. In: Blätter für angewandte okkulte Lebenskunst, X. Jg. 1959, Heft 109 (April), S. 8–11. Wedlers Darstellung wurde in den Jahren danach immer wieder als Separatdruck veröffentlicht.

3 Der Aufsatz von Münster – Die Saturnbrüder. In: Astrologische Blätter, 8. Jg. 1926, Heft 1 (April), S. 22–26.

4 Postkarte von O. W. Barth an Grosche vom 28. April 1926.

5 Undatierter Brief von Grosche an O. W. Barth vermutlich vom März 1926.

6 Giovanni – Chronik der Loge „Fraternitas Saturni“. In: Blätter für angewandte okkulte Lebenskunst, X. Jg. 1959, Heft 109 (April), S. 8.

7 a. a. O., S. 8–9.

8 a. a. O., S. 10.

9 Hembergers Quelle ist eindeutig „Meister Giovanni“. Dieser hatte in den Blättern für angewandte okkulte Lebenskunst, X. Jg. 1959, Heft 109 (April), S. 10 diese falsche Zahl ins Spiel gebracht.

10 Hemberger – Pansophie und Rosenkreuz, Bd. 1. (1974), S. 20.

11 Haack – Die Fraternitas Saturni (1977), S. 18. Möglicherweise bezieht sich Haack auf die Gründungsurkunde, welche von Fra. Gregorius, Fra. Maacks, Fra. Johannes, Fra. Angelus und Fra. Erasmus unterzeichnet wurde.

12 Grosche sprach nebulös von 2/3 der Mitglieder, die in die FS übertraten. Siehe: Grosche – Bericht über die „Geheim-Konferenz im Jahre 1926 in Thüringen.“. In: Sonderdruck Nr. 2. Privatdruck der Fraterschaft der Loge „Fraternitas Saturni“, nicht nummeriertes Blatt 3–8.

13 Tränker gab eine Karenzzeit von drei Jahren für Neophyten an, bevor sie in eine Loge aufgenommen werden sollten.

14 Für die erhalten gebliebenen Personalakten der FS-Mitglieder ergibt sich folgendes Bild: Zahlreiche Akten dürften vollständig sein, bei anderen existiert zwar die handschriftlich beschriftete Mappe mit dem Logennamen, der Inhalt ist jedoch sehr dürftig. So z. B. bei Eugen Grosche, bei dem eindeutig ein Teil seiner Akte fehlt.

15 Dafür spricht, dass Teile der Personalakten der Pansophischen Loge im Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz wie auch im Bundesarchiv in Berlin lagern.

16 Brief von Grosche an Staack vom 4. Mai 1926.

17 Siehe dazu die von Wedler als Meister Giovanni verfasste Chronik der Loge „Fraternitas Saturni“. In: Blätter für angewandte okkulte Lebenskunst, X. Jg. 1959, Heft 109 (April), S. 10.

18 So berichtet es auch Eugen Grosche in einem Brief an B. von Szemerey am 5. Mai 1926.

19 Giovanni – Chronik der Loge „Fraternitas Saturni“ (1959), S. 10.

20 Das Zitat von Eugen Grosche lautet: „Die Fraternitas Saturni wurde 1933 laut Ministerialblatt von der Nazi-Regierung offiziell verboten, 1950 aber von Mstr. Gregorius nach seiner Rückkehr aus dem Exil wieder eröffnet.“ Gregorius – Über Geheimlogen der Neuzeit. In: Blätter für angewandte okkulte Lebenskunst. Heft 77 (August 1956), S. 3. Die von Grosche angegebenen Daten sind teilweise falsch, wie ich noch ausführen werde.

21 Diese Aussage findet sich in einem Schreiben eines Mitarbeiters der Reichsschrifttumskammer vom 7. Mai 1942, der über die Aufnahme von Grosche in die Kammer entscheiden sollte.

22 Börsenverein der deutschen Buchhändler zu Leipzig (Hrsg.) – Adressbuch des deutschen Buchhandels 1933. 95 Jg. o. J.

23 Eine Abbildung des Flugblattes befindet sich in dem Kapitel 10: Eugen Grosche und die FS in den 30er-Jahren.

24 Der Brief an Fra. Chonau (d. i. Gottlieb Janousek) stammt aus dem 8. Jahre des Erkennens (Mai 1933 – Mai 1934) und ist handschriftlich datiert mit 25. März 1934. Aus einem Brief vom FS-Logenarchivar an Friedrich Lekve vom 2.2.1934 ist belegbar, dass die FS sogar am 10. Februar 1934 noch eine Aufnahmeloge abhalten wollte.

Elga Sinther

Transkription durch Volker Lechler

Um das Jahr 1928 entstand vermutlich der Entwurf für ein Drehbuch über die Fraternitas Saturni. Der Name der Protagonistin Elga Sinther (d.i. möglicherweise Ella Ensink) ist frei erfunden, wohingegen die andere Hauptperson – Henrik Hunwald – ein reales Mitglied der FS war.

Elga Sinther in der Macht der Geheimloge.

– – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – –

 

Vorrede.

Elga Sinther, die einzige Tochter einer durch den Krieg verarmten adeligen Offiziers­familie, deren Vater als Offizier an der Marne gefallen ist, verliert ihre Mutter. Schon lange in ärmlichen Verhältnissen lebend, konnte sie nur mit Hilfe der Pension des Vaters und durch Nadelarbeit der betagten Mutter ihr Studium fortsetzen. Sie ist eine junge medizinische Stu­dentin im zweiten Semester, junge sympathische blonde Typerscheinung ihrer Gesellschafts­klasse mit dem vererbten Stolz und der Durchsetzungskraft ihrer Art muss sie nun auch diesen neuen Schicksalsschlag ertragen.

Ort der Handlung: Großstadtfriedhof im Regenwetter. Elga Sinther.

Ein grauer Novembertag. Elga Sinther steht am Tor des Friedhofes in Trauerkleidung – bleiches verweintes Gesicht, von schwarzem Schleier umrahmt – ärmlich und doch ihrem Stande entsprechend vornehm gekleidet – hinter ihr der Friedhof mit vereinzelten Besuchern – in der Pförtnerloge das sie interessiert betrachtende Gesicht des Pförtners – Regenstimmung – Vorstadtstrasse am Frühmorgen mit dem üblichen Betrieb – spielende Kinder – trostlose Häuserreihen – Stimmungsbild Grossaufnahme: Elga Sinther steht ratlos mit leerem Augen­ausdruck am Tor, minutenlang, und geht langsamen Schrittes durch die Pfützen heimwärts – Aufstieg Treppenhaus einer Mietskaserne, neugierige Mieter – Eintritt in ärmliche Wohnung – Hinwerfen an den Fensternähplatz der Mutter, in die unvollendete Stickerei das Gesicht vergrabend, schmerzdurchzuckt – dann ratloses Sinnen – Kämpfen mit Selbstmordentschluss – Hinsinken auf ärmliches Bett – Öffnen der Pulsadern – Beginn der Verblutung (zwischen­durch Stimmungsgrossaufnahmen).

Treppenaufgang – ein junger Student, Studienkollege von Elga S. – Kolleghefte im Arm – springt ungeduldig die Treppe hinauf – klopft mehrmals vergebens – drückt gegen die schlecht verschlossene Tür – öffnet – stürzt ins Zimmer – findet Elga Sinther – verbindet die im Verbluten Begriffene – der junge Student, sentimentale, schwärmerische Erscheinung, liebt Elga S. in mehr knabenhafter, noch nicht offenbarter Verehrung, küsst behutsam die Stirn des Mädchens. Aus seiner Handlungsweise spricht tiefste Neigung und Verehrung. – Elga S. erwacht aus ihrer Ohnmacht – ihr Blick – Zurückfallen – neue Ohnmacht – Nerven­fieber – .

Universitätsgebäude – Elga S. und Henrik Hunwald kommen im Strom der übrigen Studenten zum Kolleg, kameradschaftlich – Aufnahme in der Vorlesung des Geheimrat Bier über Nervengeflechte des Menschen – Demonstration an Präparaten und Zeichnungen – Schluss des Kollegs – üblicher Beifall durch Scharren der Studenten – lebhafte Diskussion beim Herausgehen – im Vorraum spricht Geheimrat Bier im Herausgehen Elga S. an, ihr vä­terlich die Wange klopfend, einige ermunternde Worte über ihr Studium sagend – Geheimrat Bier interessiert sich für Elga S. – ihr Vater, Oberst von Sinther, war ein Freund von ihm, er bittet Elga S. zum Abendtee im engen Kreise seiner Familie, indem er bemerkt, dass in seiner kleinen Abendgesellschaft ein bekannter und berühmter persischer Arzt über Telepathie und Hypnose sprechen wird – .

Tiergartenvilla älteren Stils – Empfang bei Geheimrat Bier – Vorfahren von Autos – Elga S. und Henrik Hunwald, der ebenfalls geladen war, kommen in Taxe gefahren – (vorher kann kurz gezeigt werden Elgas freudiges Ankleiden zum Fest und erstes freudiges Aufleben und erneute Lebensbejahung) – in den Räumen der Wohnung des Geheimrats Versammeln der Gäste im Privatvortragssaal – interessante Künstler- und Gelehrtentypen, gute Gesell­schaft – auf das Vortragspult tritt der persische Arzt, Dr. Achmed Nirjhan Bey, schlanke, äus­serst interessante Erscheinung, tadellos sorgfältig gekleidet, schmales blasses Gesicht, dämo­nische Augen, schwarzen Spitzbart – Beginn des fesselnden Vortrags, stechender, aber nicht unsympathischer Blick – in der ersten Reihe sitzt neben Elga S. Henrik Hunwald – schon während des Vortrages ist zu bemerken, dass der Redner unauffällig Elga S. interessantes Ge­sicht und grosse aufmerksame Augen beobachtet – ein gleiches Augenmerk geht von einem ihr schräg gegenübersitzenden Herrn aus im mittleren Alter, der sich ebenfalls für Elga S. interessiert – sie selbst merkt nichts, sondern ist ganz vom Vortrag gefesselt – anschliessend an den Vortrag einzelne hypnotische und telepatische Experimente (sachgemäss ausgebaut durch einige Extraaufnahmen in der Esoterischen Studiengesellschaft) – Dr. Bey nimmt als Versuchsperson verschiedene Herren, zuletzt für einen hypnotischen Versuch Elga S., die er als ein von Natur veranlagtes Medium erkannt hat – der Versuch gelingt glänzend – unauffäl­lig, von den Anwesenden nicht bemerkt, gibt Dr. Bey (Grossaufnahme) ihr eine posthypnoti­sche Suggestion, am nächsten Tag zwischen 12 und 1 Uhr nachts in Fernhypnose zu verfallen – der Vorfall bleibt unbemerkt – nur der junge sich für Elga S. interessierende Herr, der Amateurdetektiv Eduard Stiel hegt Verdacht und beobachtet die Szene mit Misstrauen – er selbst ist Sportsmann, energischer Typ mit harten, aber nicht unsympathischen Gesichtszügen – Schluss des Vortrags – Auflösen der Gesellschaft in einzelne zwanglose Gruppen, die über den Vortrag diskutieren – Geheimrat Bier stellt Elga S. Dr. Bey, der sich in die verschiedenen Gruppen mischt, als seine spezielle Lieblingsschülerin vor – sekundenlanges hypnotisches Versenken, Dr. Beys Augen in Elga S. Augen – erstes Aufkeimen von Angstgefühl in ihr und doch zugleich tiefergehendes Interesse für die äusserst interessante dämonische Erscheinung des Doktors – in einer anderen Gruppe spricht Eduard Stiel mit der Dame des Hauses, Frau Geheimrat Bier, und dem jungen Hunwald über den Vortrag, und auf geschicktes Befragen gibt Hunwald, ohne dass er es merkt, eine nähere Detaillierung über Elga S. – zwanglose Gruppen beim Tee – Diener servieren Liköre – später Aufbruch von Elga S. und Hunwald – Hunwald diskutierend, aus seinem Missfallen für Dr. Bey kein Hehl machend – Elga S. schweigsam – .

Nächster Tag – elegante Junggesellenwohnung des Dr. Bey – derselbe beim Anklei­den, bedient durch einen persischen Diener in gleicher Tracht – unterwürfige Haltung dessel­ben mit über der Brust gekreuzten Armen – Diener selbst asketisches eigenartiges Gesicht – Dr. Bey kurzes herrschsüchtiges Auftreten – erteilt verschiedene Befehle – geht Treppenhaus hinunter – elegantes vornehmes Haus – im Halbdunkel des Treppenhauses dämonisch wir­kende Erscheinung – vor der Tür wartet Auto – Schofför, ebenfalls Orientale – Diener öffnet Schlag, sich ehrfürchtig verneigend – Fahrt durch Grosstadtstrassen – Halten in dunkler Vor­stadtstrasse – Dr. Bey geht diese entlang, menschenleere Gegend – spät nachts – Elga S. Haus – er öffnet mit Sperrhaken Haustüre – Treppenaufgang Taschenlampe – gespensterhaftes Auf­tauchen des Schattens – Elga S. Wohnungstür – Beleuchten des Schildes „Sinther verw.“, dar­unter Visitenkarte, „Elga Sinther, stud. Med.“ – Öffnen der Tür mit Sperrhaken – .

Eine halbe Stunde früher: Elga S. liegt im Bett – liest ein Buch über Psychologie und Experimental-Telepathie – unruhige Gefühle – Angstbeklemmungen – nimmt Pulver – ver­sucht zu schlafen – wirft Buch weg – versucht wieder zu lesen – Uhrzeiger rückt auf 1 Uhr – Punkt 1 Uhr holt zum Schlage aus – Elga S. fährt hoch – greift erschreckt zum Herzen, dann langsam zum Kopf und bleibt in unnatürlichem Starrzustand liegen – die Augen gross nach der Tür gerichtet – Zeiger der Uhr 5 nach 1 Uhr – Tür öffnet sich – Dr. Bey erscheint auf der Schwelle, dämonisch wirkend – geht mit schnellen Schritten zum Bett und spricht die bekann­ten hypnotischen Worte: schlafen sie fest und tief (hier folgt hypnotisches Einschläferungs­experiment, Aufnahme in der Esoterischen Studiengesellschaft). Dr. Bey gibt Elga S. detail­liert folgende Suggestion, die sich nunmehr in Bilderfolge abrollt. Er beschreibt ihr genau den Weg, den sie gehen soll zu einer bestimmten Zeit des übernächsten Tages, den Weg zu sei­nem Hause. Er suggeriert ihr absolutes Vergessen der sonstigen Begleitumstände und ver­schwindet ebenso geheimnisvoll, wie er gekommen war. Elga S. Zeiger der Uhr zeigt 5 Uhr 12 – sie liegt in gleichem Zustande – der Zeiger der Uhr zeigt 2 – sie wacht auf – schaut er­staunt in das auf ihrer Bettdecke liegende Buch – lächelt müde – glaubt wirr geträumt zu haben und hüllt sich fröstelnd in ihre Decke.

Elga S. und Henrik Hunwald sitzen zusammen im kleinen Vorstadtkaffe und plaudern – Henrik erörtert seine Zukunftspläne und lässt deutlicher seine Liebe merken, aber Elga S. behandelt ihn weiter kameradschaftlich – die Uhr zeigt auf die vom Hypnotiseur festgesetzte Stunde – Elga S. beginnt plötzlich unruhig zu werden – ratlos, unentschlossen steht sie auf – Hunwald versucht, sie zurückzuhalten – sie greift zu ihrem Mantel, stürzt fort und prallt an der Tür mit einem Herrn zusammen, dem Privatdetektiv Eduard Stiel, der erstaunt den Hut lüftet und ihr nachsieht – man sieht Henrik Hunwald unterdessen zahlen, Elga S. nachstürzen, auf der Strasse ratlos stehen bleibend – Stiel ist unterdessen zögernd ins Kaffee gegangen, setzt sich an ein Marmortischen, bestellt einen Absint – Hunwald kommt mit einem verstör­ten, ratlosen Gesichtsausdruck zurück, begrüsst Stiel – er setzt sich mit ihm zusammen und Hunwald erzählt ihm sein Leid und das ratlose eigenartige Verhalten von Elga S. – .

Unterdessen eilt Elga S. eigenartigen Ganges durch die Strassen, überquert nächtliche Strassenkreuzungen in Hast, achtet nicht auf das Winken der Polizisten, übersieht Haltesig­nale, wird beinahe mehrmals überfahren – Kopfschütteln der Passanten – macht halt vor dem Hause des Dr. Bey – alle Zimmer sind dunkel – schaut ratlos auf die Häusermauer und die dunkle Fensterfront – wird von einem Angetrunkenen angesprochen – geht ratlos einige Schritte weiter und wird von einem dunklen Drange wieder vor die Haustür getrieben – kämpft mit sich – sie fasst zum Türknauf – die Tür öffnet sich lautlos – sie tritt ein und geht zögernd die ihr fremde Treppe hinauf – .

Unterdessen sitzt Dr. Bey oben in seinem Zimmer, zum Ausgehen angezogen – sieht mehrmals nach der Tür – an der Tür steht wartend der Diener – die Uhr schlägt 1 Uhr nachts – eine Handbewegung zum Diener – dieser öffnet die Tür – man sieht vom Treppenhaus lang­sam heraufkommend die Gestalt Elga S. – sie kommt zögernd herein, bleibt in ihrem hypno­tischen Zustand mit angstvoll aufgerissenen Augen vor Dr. Bey stehen – dieser lädt sie mit einladender Miene zum Sitzen ein – setzt sich, höflich lächelnd, ihr gegenüber – Elga S. er­wacht aus ihrem Schlaf – sie schaut um sich, erstaunt, gibt ihrem Erstaunen Ausdruck – Dr. Bey zieht aus der Tasche einen kleinen Metallspiegel, hält ihr denselben entgegen – er lächelt – sie fixiert den Spiegel – hinter ihr tritt auf einen unmerklichen Wink der armenischen Die­ner und presst ihr blitzschnell ein Tuch vor das Gesicht mit einem Betäubungsmittel – Dr. Bey steht kalt lächelnd auf, geht, ohne sich um die Betäubte zu kümmern, aus dem Zimmer – der Diener hebt Elga S. auf und folgt mit der Bürde – Gang der Gruppe durch mehrere Zim­mer – Emporheben eines Wandteppichs im Schlafzimmer – Öffnen einer Geheimtür – Herab­steigen einer engen Wendeltreppe bis in die Kellerräume – langer Gang – unten im Gang steht an einer eisernen Tür mit einem grossen Riegel der in Leder gehüllte Schofför – er reisst lang­sam die verrosteten und schweren Riegel zurück – die Tür öffnet sich – vor der Tür liegt die Oberfläche eines dunkel dahingleitenden Gewässers, auf dem ein direkt an der Mauer liegen­des Motorboot schaukelt – Herüberheben des Körpers und Einstiegen in das Boot – der Die­ner bleibt zurück und schliesst die Tür – Fahrt des Motorboots, mehrfach kreuzend, durch den nächtlichen Strom zwischen dunklen Speichern und Frachtkähnen – Begegnung mit Polizei­boot, welches aber das Privatboot nicht bemerkt – nächtlicher Park am Flussufer – alter Park­stil – das Motorboot vom Flusse kommend (mehrfache Aufnahmen) – Boot legt an – vorher Austauschen von Lichtzeichen – alte Steintreppe zum Wasser – dort stehen zwei vermummte Gestalten in Art der Schwarzkutten – Dr. Bey gibt ein geheimes Begrüssungszeichen – der Diener übergibt die Betäubte an die zwei Vermummten – Elga S. wird durch den Park ge­tragen – altertümliches Herrenhaus mit anschliessender Kapelle – im Haus selbst grosser schwarz verhangener Saal (Aufnahme nach den Weisungen der Esoterischen Studiengesell­schaft) – neun verhüllte Logenbrüder in der üblichen Tracht – Dr. Bey muss erst mehrere Kontrollen passieren – nun folgt geheime magische Sitzung und magisches Exerzitium nach den Weisungen der Esoterischen Studiengesellschaft, die Praktiken zur Aussendung des As­tralkörpers von Elga S., die vorher von Dr. Bey in tranceähnlichen Zustand gebracht wurde – .

Zu gleicher Zeit Geheimsitzung im Arbeitszimmer des Regierungspräsidenten – einige Diplomaten und Staatssekretäre sind versammelt – der Ministerpräsident eröffnet die Sitzung – Beschlussfassung über einen geheimen Staatsvertrag – einer der Staatssekretäre liest den Vertrag vor – die Duplikate werden verglichen – der Vertrag wird im Anfang im Bild gezeigt – unterdessen löst sich (durch Trickaufnahme darstellbar) aus der Wand oder auch dunkle Portiere – die Gestalt Elga S. im ätherischen Zustand, tritt unbeobachtet und unbemerkt von den Anwesenden hinter den vorlesenden Staatssekretär, aufmerksam das Schriftstück über seine Schulter gelehnt, mitlesend – .

Elga sitzt im Original in medialer Trancehaltung inmitten der Loge und wird gezwun­gen, unter dem hypnotischen Einfluss des Dr. Bey stehend, mit tonloser Stimme den Vertrag, den sie im Astralbild im Regierungspräsidium aufgenommen hat, herzusagen – einer der Lo­genbrüder schreibt im Stenogramm mit – Regierungspräsidium – Bildwirkung: der Schluss­satz des Geheimvertrags wird gezeigt – Bildwirkung: in der Loge das nach Angabe des Medi­ums vom Sekretär hergestellte Schriftstück zeigt mit anderen Schriftzügen dieselben Worte, denselben Schlusssatz, dadurch Gleichlautung der Schriftstücke kenntlich machend – im Re­gierungspräsidium Untersieglung der Verträge – Verabschieden der beteiligten Sekretäre und Diplomaten – in der Loge tragen mehrere vermummte Brüder auf einer Bahre die bewusstlose Elga S. hinaus – man sieht den Logenmeister das medial empfangene Schriftstück, die Kopie des Vertrages, mit einigen passenden Begleitworten versehen und einem Logendiener über­reichen als Botschaft – .

Dem Vertreter einer fremden Macht wird in dessen Arbeitszimmer durch einen Boten ein Schriftstück überreicht – er entsiegelt es und hält das geheime Schriftstück, das seine Staatsinteressen berührt, in den Händen – der Bote macht das Logenzeichen – der Staatsange­hörige einer fremden Macht entlässt ihn mit dem gleichen Logengruss – .

Man sieht einen langen unterirdischen Korridor, gewölbeartige Kellerräume eines Her­renhauses, Halbdunkel, einzelne schwere Eisentüren gehen ab – im Hintergrunde des Gewöl­bes taucht ein vermummter Diener auf, trägt eine Kerze in der Hand und leuchtet dem ihm folgenden Dr. Achmed Nirjhan Bey – vor einer Eisentür macht sie halt – sie wird aufge­schlossen – Dr. Bey tritt ein – kleines einfach möbliertes Zimmer mit Bett, zellenmässig – Elga S. steht am vergitterten Fenster und schaut sehnsüchtig nach draussen – Elga führt einen Wortwechsel mit Dr. Bey – sie ist verzweifelt, bittet, fleht, wirft sich im zu Füssen – er schüt­telt den Kopf verneinend, löst ihre Hände, beugt die vor ihm Kniende nach hinten – Einsetzen hypnotischen Experimentes – er hebt die nun Willenlose aufs Lager, schliesst ihr die Augen mit den Worten: „Schlafen Sie fest und tief“ und verlässt die Zelle – .

Arbeitszimmer des Ministerpräsidenten, bei ihm ist der Chef der politischen Polizei – er selbst sitzt an seinem Diplomatenschreibtisch – er hat den Privatdetektiv Eduard Stiel rufen lassen – bespricht mit ihm die längst bemerkte, aber noch nicht bewiesene Arbeit der gehei­men unterirdischen Loge. Er erklärt ihm, dass er ihm Gelegenheit geben würde, auf Grund seiner Empfehlungen als Bruder in die Loge einzutreten – der Chef der politischen Polizei teilt mit, dass es einem seiner Leute gelungen sei zu ermitteln, dass ein Logengesandter an einem bestimmten Tage von London nach hier gelangen würde – der Chef der politischen Polizei bespricht den Plan, diesen Mann abzufangen und ihm die Geheimnisse der Loge zu entlocken – .

Zimmer von Elga S. – Hunwald sitzt auf dem Bett, hält in der Hand das Bild von ihr und ist in ihren Anblick versunken, schmerzzerquälte Züge – es rinnen ihm langsam die Trä­nen – Stiel durchsucht unterdessen sorgfältig alle Behälter, Schränke, Briefschaften nach An­haltspunkten, vergebliches Bemühen – er geht zu Hunwald, legt ihm die Hand mit der Geste des Bedauerns auf die Schulter und spricht ihm Mut zu – beide verlassen das Zimmer – .

Einfahrt eines D-Zuges in die Bahnhofshalle – ein elegant gekleideter, älterer Herr verlässt den Zug, wird unauffällig von mehreren Detektiven verfolgt und an gelegener Stelle verhaftet und unauffällig ins Polizeipräsidium eingeliefert – dort Verhör durch den Polizei­chef, Versuch, ihn nach der Loge auszufragen, vergebliche Durchsuchung des Gepäcks – der Befragte setzt allem Ausfragen ein undurchdringliches Schweigen entgegen – beherrschte eisige Persönlichkeit – im Hintergrunde als unbeobachteter Zuschauer der Unterredung der Detektiv Stiel, er beobachtet alle Bewegungen des Fremden, skizziert auf seinen Zeichen­block das Profil, Haltung, Rhythmus der Gliedmassen, Gesichtszüge – der Fremde wird photographiert – Telefongespräche des Polizeichefs mit Geheimrat Bier, ungefähr folgenden Inhalts: Herr Geheimrat Bier, Psychiater und medizinischer Sachverständiger für Hypnose, wird gebeten, den Fremden durch gewaltsame Hypnose gefügig zu machen – er sagt zu – .

Ärztliches Sprechzimmer in der Klinik des Geheimrat Bier – der Fremde tritt ein, ge­führt und bewacht von Kriminalisten, anwesend Detektiv Stiel, der Chef der politischen Poli­zei, beide unauffällig im Hintergrunde – Geheimrat Bier fordert den Fremden auf, Platz zu nehmen, beginnt Unterhaltung und dann eine oberflächliche ärztliche Untersuchung, Prüfen der Sehreflexe usw. – auf einen Wink des Geheimrats springen zwei Kriminalisten hinzu, hal­ten den Überraschten auf dem Stuhl fest, Geheimrat Bier hält eine Ätherflasche unter die Nase des Fremden – vergebliches Wehren – leichte Betäubung – die Kriminalisten treten zurück – Geheimrat Biers hypnotisches Experiment gelingt – eindringliches Befragen über ihn selbst: Wer schickt Sie? – Welcher Loge gehören Sie an? – Geben Sie mir das Erkennungszeichen! – Im Hintergrunde stehen in höchster Spannung der Detektiv sowie der Chef der politischen Po­lizei (dramatischer Höhepunkt) – der Hypnotisierte macht langsam und ohne seinen eigenen Willen das Brudererkennungszeichen – geben Sie mir das Passwort! – auch das geschieht – grüssen sie mich mit dem Zeichen des fünften Grades! Auch das geschieht – Ende der Scene – der Fremde wird herausgeführt – .

Detektiv Stiel sitzt in seinem Ankleideraum, um ihn stehen die Skizzen und Bilder des Fremden – Stiel schminkt sich die Maske des Fremden, zieht die Kleidung des Fremden an, erscheint zuletzt als genaue Kopie, geht vor dem Spiegel prüfend auf und ab – .

Grosses Handelsgeschäftshaus – der Fremde, jetzt Detektiv Stiel, erscheint, lässt sich im Vorraum bei dem Direktor melden – wird empfangen – der Diener gibt die Karte ab – Em­pfangsraum des Grosskaufmanns – derselbe hat brutale kaufmännische Gesichtszüge, starke Persönlichkeit – er nimmt die Karte, schaut prüfend auf den Fremden, dieser tritt einige Schritte vor und macht das Brudererkennungszeichen – der Grosskaufmann erwidert dasselbe, gibt einen Fragesatz, der Fremde antwortet mit dem Passwort – sie tauschen Händedruck – (besondere Aufnahme des Händedrucks, geheimes Logenerkennungszeichen) – es beginnt längeres Gespräch zwischen den beiden – der Grosskaufmann sagt, er liesse ihn am nächsten Tage, am Sonnabend, als Gast der Loge abholen, halten Sie sich um 7 Uhr bereit! – .

Der Fremde, Detektiv Stiel, sucht Hotel auf, mietet Zimmer – man sieht ihn Hotelzim­mer betreten und Zimmerkellner verabschieden – .

Chef der politischen Polizei liest ein Schreiben, bildlich sichtbar in den Endzeilen, von Stiel unterschrieben – ich werde also am Sonnabend in die Loge als Gast aufgenommen, las­sen Sie mich unauffällig durch einige ihrer fähigsten Beamten beobachten und bewachen – Chef der Politischen Polizei drückt auf einen Knopf – es erscheint der diensttuende Sekretär – der Chef gibt ihm verschiedene, darauf hindeutende Befehle – .

Sonnabend Hotelvestibül – der Fremde kommt mit einem eleganten Herrn plaudernd die Treppe herunter, beide besteigen ein Auto – unauffällig werden sie von zwei Privatdetek­tiven, von denen der eine als Hotelgast im Vorraum sich aufgehalten hatte, mit dem nächsten bereit stehenden Auto verfolgt – Fahrt der beiden Autos durch die nächtliche Stadt – Halten vor Auffahrt des schon einmal erwähnten Herrenhauses – Frontauffahrt – eine Menge anderer Autos kommen – Diener sind vor dem Eingang – es hat den Anschein, als empfängt der Haus­herr Gäste – in dem Saal versammelt sich eine distinguierte Gesellschaft – dem Aussehen meistenteils Kaufleute, viel jüdischer Einfluss, höhere Beamte – Beginn eines Bankettes – am Ehrenplatz thront der Grosskaufmann – später Aufheben der Tafel – Versammeln der Herren im Spielzimmer – man sieht durch Blickaustausch und geheime Zeichen, wie sich in einem größeren Vorraum eine bestimmte Anzahl der markantesten Persönlichkeiten unauffällig ver­sammeln – der Hausherr tritt plötzlich aus dem Nebenzimmer unter die Gäste mit einladender Bewegung – auch der Fremde, Stiel ist dabei – er ist verschiedenen Herren vorgestellt worden – durch einen Vorraum, der sich durch nichts besonderes von den gewöhnlichen Wohnräumen unterscheidet, schreiten die Gäste einzeln durch eine geöffnete Schranktür in den geheimen Gang – man sieht sie in der Doppelwand des Gebäudes, geheime Treppen nach unten steigen­de Fremde, Stiel wird von einem Herren aufgefordert sich anzuschliessen – kellerähnliches Gewölbe, nur mit Stühlen ausgestattet, erhellt durch altertümliche Ampeln – Stiel wird aufge­fordert, auf einem Stuhl Platz zu nehmen – die einzelnen Herren, die zuerst kleine Gruppen bildeten, verlassen den Raum durch eine andere Tür – Stiel bleibt eine Weile allein – die Tür öffnet sich wieder, und heraus tritt eine vermummte Person, ihn durch Handbewegung auffor­dernd, näher zu treten – er tritt ein in den eigentlichen Vorraum der Loge, ein viereckiges Ge­mach, das leer ist, bis auf eine weitere Tür, vor der die zwei Brüder als Aufseher stehen – hier folgt nunmehr die rituelle Aufnahme der Loge nach den Weisungen der Esoterischen Studien­gesellschaft – die Loge vollzieht sich nach den üblichen Ritualen – Stiel befindet sich unter den Anwesenden – er ist aber nicht zu erkennen, denn auch ihm ist eine Kutte übergeworfen – nach dem großen Ritual fordert der Meister vom Stuhl die graduierten Brüder auf, ihm zu folgen, um in der Graduierungsloge die mündliche Botschaft des Ordensmeisters von England durch den dazu beauftragten Bruder (gemeint ist Stiel) entgegen zu nehmen – verschiedene, mit unauffälligen Gradabzeichen versehen Brüder des 5. Grades verlassen feierlich an dem Meister vorbei, unauffällig das Erkennungszeichen des 5. Grades machend, darunter auch Stiel, den Raum – ein neues kleineres Gemach – Ritual des 5. Grades – der Meister spricht: wir sind in Arbeit des 5. Grades, der fremde Bruder ist unter uns, wir heissen ihn willkom­men; bevor wir zu unserer eigentlichen Arbeit schreiten, beginnen wir nach altem Brauch uns zu erleuchten – es folgt hier eine Trick-Aufnahme, indem durch eigenartige Hebelwerkzeuge (der ganze Raum trägt einen etwas technischen Charakter) der Raum nach und nach in ein geheimnisvolles Licht gehüllt wird, das Röntgencharakter trägt – man sieht, wie die Men­schen in den Kapuzen sichtbar werden – bildliche Aufnahmen eines jeden Menschen, gleich­sam unter der Hülle durchscheinend – man sieht bekannte, vorher im Gesellschaftskreis vor­handene Gesichter unter den Kapuzen auftauchen, darunter auch das Gesicht des Dr. Achmed – aber durch die röntgenartige Lichtwirkung sieht man nunmehr die Gestalt des Detektivs wohl zuerst erscheinen, aber dann sieht man deutlich (durch Großaufnahme) wie sich der angeklebte Bart und die künstlichen Merkmale, die er hat, unzweifelhaft bemerkbar machen – man sieht zugleich ein erstarrendes Erschrecken über das Gesicht des Detektivs laufen – aller Augen richten sich auf ihn – Dr. Achmed springt an eine Art Schaltwerk, drückt rasch ver­schiedene Knöpfe, und rings um den Detektiv spaltet sich blitzschnell der Boden, indem ge­heime Fussbodenplatten, die vorher symbolisch durch Figuren gekennzeichnet waren, mit­samt den einzelnen Brüdern blitzschnell versinken – Detektiv Stiel reisst unter der Kutte seinen Browning hervor, will schiessen, doch vergebliche Schüsse, denn die Brüder und der Meister sind verschwunden – .

Der Detektiv befindet sich nun in dem Raum allein, die Fussplatten sind wieder ge­schlossen – er hat die Kapuze vom Kopf gerissen und versucht vergeblich, sich durch Abta­sten der Wände zu befreien und zu orientieren – es beginnt aus den Ritzen des Fussbodens ein beissender Dampf zu steigen – er taumelt, sinkt bewusstlos zu Boden – .

Der Logenraum wie vorher – nach den Weisungen der Esoterischen Studiengesell­schaft sitzen die Brüder in einer besonderen Reihenfolge um Stiel, der auf einem grossen Stuhl so gefesselt dasitzt, dass er weder Kopf noch Hände oder Füsse bewegen kann – Todes­ritual der Loge – auf einen Wink des Meisters teilt sich ein Vorhang an der einen Wand des Zimmers, und es wird eine mehrere Meter grosse, polierte Stahlscheibe sichtbar, in der sich das Bild des Verurteilten spiegelt – auf einen Druck des bedienenden Bruders beginnt sich die Scheibe langsam zu drehen – es folgt die sogenannte Odentziehung des Verurteilten – nähere Erklärung Esoterische Studiengesellschaft – .

Der Student Hunwald liegt in einer Klinik erkrankt, im dämmerigen Halbschlaf, in Decken eingehüllt – Geheimrat Bier ist bei ihm und gibt einer Schwester bestimmte Weisun­gen für Arzneien – Bilderaufnahme: Hunwald träumt von Elga S. – er sieht sie gestaltlich in der ungefähren Umgebung, in der sie sich befindet – Hunwald fährt hoch und versinkt in eine Art mediale Schau – Erläuterungen Esoterische Studiengesellschaft – .

Elga S. lieg in ähnlichem Zustand in ihrer Zelle – sie sieht in kurzer Bilderfolge die Geschehnisse der letzten Stunden von Beginn der Logensitzung an, nur dass sie den Detektiv Stiel gleichsam in Helltrance verfolgt bis zu seiner Gefangennahme – es folgt höchster exta­tischer Zustand von Elga S. – Aussenden von telepathischen Hilferufen, die ihren Widerhall finden in Hunwald – .

Hunwald beginnt wie geistesabwesend dem aufhorchenden Geheimrat Bier die Ereig­nisse, die ihm telepathisch mitgeteilt werden, zu schildern – Geheimrat Bier stürzt rasch ent­schlossen zum Apparat – Verbindung mit dem Chef der politischen Polizei – .

Einschalten Bild: Chef der politischen Polizei nimmt Gespräch in Empfang – er durch­fliegt schnell die eingelaufenen Meldungen über die Beobachtung der Kriminalisten, welche das Logenhaus bewachen – er stürzt aus dem Zimmer – nimmt Dienstauto – fährt mit einer Art Überfallkommando, wobei unterwegs Geheimrat Bier aufgenommen wird, zum Logen­haus – Sturm auf dasselbe – Durchsuchen des Gebäudes von Kriminalisten – vergebliches Aufschliessen der Türen – dann durch Beschreibung von Hunwald Auffinden der Zelle, in der Elga S. liegt – dramatische Szene: Elga S. springt auf im Trancezustand, geht mit vorgestreck­ten Armen wie geistesabwesend durch die Reihen der Polizisten hindurch, die ihr folgen – mit ihrer Hilfe entdeckt man mehrere geheime Türen und dringt in die im Logenraum erwähnten Geheimgemächer ein – man findet den Detektiv, auf dem Stuhl sitzend, die Scheibe dreht sich noch – Stiel ist in einem dem Tode nahen Zustand – man befreit ihn – er wird gestützt hinaus­geführt – Geheimrat Bier bemüht sich währenddessen um Elga S. – .

Dunkler, von Mondlicht erhellter Teil des Parks des Herrenhauses – aus einem Rasen­stück hebt sich eine geheime Falltür – dem verborgenen Gang entsteigen die wichtigsten ge­heimen Logenbrüder – der Park ist umstellt – man sieht Kriminalisten und Beamte – doch es gelingt den Logenbrüdern das Motorboot am Wasser (siehe eine der vorhergehenden Szene­rien) zu erreichen – im letzten Augenblick Auftauchen der Verfolger, Revolverschusswechsel – das Motorboot entkommt, da die Beamten keine Fahrzeuge haben – .

Geheimrat Bier am Krankenlager von Elga S. – Morgensonnenstimmung – ihr gegen­über sitzt am Kopfende im Lehnstuhl in Decken gehüllt Henrik Hunwald – er schaut sie voll Liebe an – streichelt ihre Hand, sie lächelt – Geheimrat Bier tritt ein, gefolgt von Kranken­schwester und Stiel – Stiel bringt grosse Rosen, legt dieselben auf das Bett von Elga S., er­kundigt sich nach ihrem Befinden und geht dann wieder von Geheimrat Bier begleitet, der mit ihm im Korridor spricht und offensichtlich zufriedenstellende Äusserungen über das Befinden der Beiden macht – während die Tür sich hinter den Beiden geschlossen hat, schauen sich Hunwald und Elga in die Augen – sie erwidert jetzt seine offen gezeigte Liebe und zieht mit einer liebevollen Bewegung den Kopf des Studenten zu sich herab – beide küssen sich – .

Laufsteg eines Dampfers, über den unter der Menge der Reisenden ein schlanker, elegant gekleideter Herr, Dr. Bey, geht – Kontrolle der Bordgäste durch Hafenpolizei – bei Visierung des Passes von Dr. Bey stutzt der Beamte, da macht Dr. Bey unauffällig, aber doch für den Zuschauer bemerkbar, das Logenzeichen – der Beamte visiert mit einem verstehenden Gesicht den Pass – .

Heck des Dampfers in Fahrt – an der Reeling steht mit dämonischem Gesichtsaus­druck hohnlächelnd Dr. Bey, die Hände in der Logenhaltung, das Meisterzeichen auf der Brust machend. – .

– – – – – – – – – – – – – – –

Die kurze Geschichte der Reichsarbeitsgemeinschaft

Von Volker Lechler

Veröffentlicht in: Gnostika. Zeitschrift für Symbolsysteme. 17. Jg. Heft 52 (Mai 2013) S. 59-77 und Heft 53 (November 2013) S. 43-55.

Einladungsschreiben

Einladungsschreiben

Die Reichsarbeitsgemeinschaft „Das kommende Deutschland“ sorgte vor allem in den letzten Jahren des 20. Jahrhunderts für Furore, hier allerdings in Kreisen der Verschwörungstheoretiker, unter dem irrtümlichen Namen „Vril-Gesellschaft“1. „Vril“ steht hierbei für eine geheimnisvolle „Urkraft“, „Raumkraft“ und „Lebensenergie“2. Der Vril-Mythos hat seinen Ursprung in einem Buch von Lord Bulwer-Lytton (1803-1873) mit dem Titel The Coming Race, welches erstmals 1871 in London erschien.
Im Mittelpunkt des von alchemistischen und rosenkreuzerischen Gedanken durchzogenen Romans steht ein vermögender, junger Amerikaner, der zufällig bei einem Unglück in einem Bergwerk in die Welt der „Vrilya“ gelangt. Die „Vrilya“ein unter der Erde lebendes Volk, entpuppt sich für den Protagonisten des Romans als hochstehende Rasse, deren zivilisatorische Errungenschaften denen der Völker auf der Erde bei weitem überlegen sind.

Nach ihrer eigenen Überlieferung hatten die Vorfahren der „Vrilya“ einst selbst auf der Erdoberfläche gelebt. Doch durch die Folgen gewaltiger Naturkatastrophen, die in der Geschichte der Menschheit als Sintflut bezeichnet worden sind, seien ihre Ahnen gezwungen gewesen, in Berghöhlen Schutz vor den Unbilden der Natur zu suchen. Von da aus sei es ihnen gelungen, immer tiefer in die Tiefen der Erde vorzudringen. Sie entdeckten auf ihren Expeditionen einen ihnen unbekannten, andersartigen Lebensraum und im Laufe der Zeit eine geheimnisvolle und mächtige Naturkraft – das „Vril“. Was die „Vrilya“ darunter verstanden, erläuterte Bulwer-Lytton durch seinen Romanhelden mit den Worten:

„Ich würde es Elektrizität nennen, doch begreift es viele andere Naturkräfte in sich, die in unserer wissenschaftlichen Sprache verschiedene Namen haben, wie Magnetismus, Galvanismus usw. Dieses Volk hier glaubt, daß Vril alle Naturkräfte in sich vereinigt, deren Vorhandensein viele unserer Philosophen vermutet haben. […] Diese unterirdischen Philosophen behaupten, daß sie durch eine Anwendung des Vril, den Faraday vielleicht atmosphärischen Magnetismus nennen würde, die verschiedene Temperatur, mit einfachem Worte: das Wetter beeinflussen können; daß sie durch eine andere, dem Mesmerismus, der Elektro-Biologie und anderen Kräften verwandte Operationen mit wissenschaftlichem Verständniß durch Vril-Leiter auf Geist, animalische und vegetabilische Körper einen Einfluß ausüben können, der noch von keiner Fabel unserer Mystiker erreicht worden ist. Für alle diese Wirkungen haben sie die allgemeine Benennung Vril.“3

„Vril“ kann dabei Heilmittel sein, das dem Organismus erlaubt, das organische Gleichgewicht wiederherzustellen. Zugleich aber kann es auch vernichtend wirken, so z.B. wenn es eingesetzt wird, um massive Felsen zu zerstören. Mit Hilfe von „Vril“ erzeugen die „Vrilya“ künstliches Licht, beherrschen die Levitation schwerster Gegenstände, heilen und können damit sogar Fluggeräte betreiben4.
In Bulwer-Lyttons Roman kann der junge Amerikaner schließlich aus dem Reich der „Vrilya“ entkommen. Doch bis an sein Lebensende wird er von Schreckensvisionen geplagt, in denen die der Menschheit technologisch weit überlegenen „Vrilya“ ihr unterirdisches Reich verlassen und auf der Erdoberfläche erscheinen.
Die ominöse Vril-Kraft eignete sich daher perfekt als Grundlage für Spekulationen.

reichsarbeitsgemeinschaftDie Entstehung des Vril-Mythos in moderner Zeit verdanken wir vornehmlich zwei französischen Autoren: Louis Pauwels (1920-1997) und Jacques Bergier (1912-1978). Ihr 1960 in Paris erschienenes Werk Le Matin des Magiciens – Introduction au Realisme Phantastique5 lieferte den Nährboden für Spekulationen. Pauwels und Bergier standen jedoch in dem Ruf, nicht selbst zu forschen, sondern nur bereits publizierte Ergebnisse zusammenzufassen (und dabei auch zahlreiche Fehler zu übernehmen und ihrer Phantasie freien Lauf zu lassen). Den zweiten Hauptteil ihres Werkes überschrieben sie mit „Einige Jahre im absoluten Anderswo“.
Sie betrachten darin obskure, geistesgeschichtliche und pseudowissenschaftliche Entwicklungen des 19. und 20. Jahrhunderts. In ihren diesbezüglichen Darstellungen fanden auch angebliche esoterische bzw. okkulte Hintergründe des Nationalsozialismus ihren Platz.
Für uns ist hier in erster Linie ihre sehr eigenwillige Darstellung von Dr. Willy Ley (1906-1969) von Bedeutung, der als Raketentechniker angeblich 1933 aus Deutschland in die USA geflohen war6,. Von ihm wollen die Autoren erfahren haben, „daß kurz vor dem Aufkommen des Nationalsozialismus in Berlin eine kleine Gemeinschaft existierte“, die sich „Die Loge der Brüder vom Licht“ oder „Vril-Gesellschaft“ genannt habe7. Die ideengeschichtliche Grundlage dieser „Geheimgesellschaft“ sei Bulwer-Lyttons Werk The Coming Race gewesen.
Eines der bekannteren Mitglieder soll der Geograph Karl Ernst Haushofer (1869-1946) gewesen sein. Haushofer kannte Rudolf Heß (1894-1987), da dieser bei ihm studierte hatte und über diesen Adolf Hitler selbst. In der Verschwörungsliteratur wird daraus gerne ein Konstrukt erstellt, dass Haushofer Einfluss auf Hitler gehabt habe, was aber aufgrund der Quellenlage nicht zu belegen ist8.

Pauwels und Bergier berufen sich bei ihren phantasievollen Ausführungen auf einen Artikel von Willy Ley, der 1947 in dem amerikanischen Magazin Astounding Science Fiction mit dem Titel Pseudoscience in Naziland erschienen war. Nur nennt Ley darin gar nicht die Namen „Vril-Gesellschaft“ ebenso wenig wie „Brüder des Lichts“, sondern er nennt die Gruppe nur „Wahrheitsgesellschaft“9. Die beiden Autoren verstanden es in ihrem Werk Aufbruch ins dritte Jahrtausend die kurzen Stellungnahmen Leys so auszuschmücken, dass sie das Bild einer geheimnisvollen und mit der Führungsspitze der NSDAP aufs engste verwobenen „Vril-Gesellschaft“ konstruierten. Dem Beispiel von Pauwels und Bergier folgten immer mehr Autoren, die sich bemüßigt fühlten, Leys knappen Bericht noch phantasievoller oder grotesk auszuschmücken.

Ein Beispiel dafür ist der britische Autor Trevor Ravenscroft, der in seinem 1972 in London erstmals erschienenen Werk The Spear of Destiny (Deutscher Titel: Der Speer des Schicksals) noch mehr zur Legendenbildung beitrug.

„Nachdem er [Karl Haushofer] Adolf Hitler auf der Festung Landsberg in „Die Heimliche Lehre“ eingeweiht hatte, wurde Haushofer die führende Persönlichkeit in einer heimlichen Gesellschaft, die in Berlin gegründet wurde und sich „Vril“ oder die „Leuchtende Loge“ nannte. Zu diesem exklusiven satanischen Kreis hatte nur Zutritt, wer einen bestimmten höheren Grad der Einweihung in „Die Heimliche Lehre“ nachweisen konnte.
Die „Leuchtende Loge“ sammelte ihre Mitglieder nicht nur aus den führenden okkulten Bewegungen Europas, sondern zog auch Eingeweihte aus allen Gegenden der Welt an sich, so aus Tibet, Japan, Indien, Kaschmir, Turkestan und Ceylon. In der Hauptniederlassung der Gesellschaft in Berlin saßen tibetische Lamas, japanische Buddhisten und Angehörige anderer orientalischer Sekten Schulter an Schulter zusammen mit früheren Studenten von Gurdjieff, Mitgliedern verschiedener obskurer Rosenkreuzerorden, früheren Angehörigen der Pariser Loge „Golden Dawn“ und zweifelhafte Personen von Aleister Crowleys „Ordo Templi Orientis“. […] Die ersten Nachrichten über „Vril“ sickerten in die westliche Welt, als Willi Ley, der Raketenexperte, 1933 aus Deutschland floh. Nach Leys Aussagen glaubten die Schüler Haushofers, daß sie nahe daran seien, einem Geheimnis auf die Spur zu kommen, das sie in die Lage versetzte, eine Mutation in der arischen Rasse hervorzubringen. Unter anderem erzählte er Einzelheiten über ihre seltsamen Meditationen und die Art der Übungen, denen sie sich unterwarfen, um übermenschliche Fähigkeiten der Konzentration und des clairvoyanten Sehens zu entfalten. […] Vril ist der alte Name für die enormen Energiequellen, die im Menschen erschlossen werden können, wenn sein ätherischer Leib oder sein Zeitorganismus erweitert wird. Leys Berichte, daß die Eingeweihten des Vrils zahllose Stunden in stiller Betrachtung von Samen, Blättern, Blumen, ja, entzwei geschnittenen Äpfeln, verharrten, trafen voll und ganz zu. Tatsächlich studierten die Mitglieder der Loge die Gesetze der pflanzlichen Metamorphose, die in Europa von Goethe aufgestellt waren.“10

Das faszinierende von Ravenscrofts Ausführungen ist, dass sich in Willy Leys Beschreibungen der Berliner Gemeinschaft nichts von alledem findet. Ley erwähnte in seiner Beschreibung der Berliner „Wahrheitsgesellschaft“ und ihrer Suche nach dem Vril weder den Namen Haushofer noch „übermenschliche Fähigkeiten der Konzentration“ geschweige denn „clairvoyantes Sehen“. Alles in allem legen die phantasiebegabten Äußerungen Ravenscrofts den Schluss nahe, dass er die Originalquelle von Ley gar nicht kannte, sondern sich nur auf Sekundärliteratur stützte und diese ganz nach seinem Geschmack ausschmückte.

Ein weiteres Beispiel der realitätsfernen Darstellung des Sachverhalts ist das Buch des britischen Autors Gerald Suster. Sein 1981 erschienenes Werk Hitler. Black Magician enthält sogar die Behauptung, dass neben wichtigen Führungspersönlichkeiten der nationalsozialistischen Machtelite, Adolf Hitler selbst Mitglied der „Vril-Gesellschaft“ gewesen sei. Suster schlussfolgerte, die 1933 erfolgte Machtergreifung der NSDAP sei in Wahrheit der „Triumph of the Vril“11 gewesen.

Die Aufzählung der Autoren, die dem „Vril-Mythos“ huldigen, könnte noch länger fortgeführt werden, nur würde dies den Rahmen dieses Aufsatzes sprengen. Man muss jedoch feststellen, dass manche Autoren über die „Vril-Mysterien“ mit Unterstellungen, Fälschungen, Übertreibungen, Fehldeutungen und reichlich Phantasie arbeiten.

Um uns nicht selbst in den zahlreichen Spekulationen zu verlieren, begeben wir uns erst einmal auf historische Spurensuche. Soviel sei vorweg schon einmal verraten, die Vril-Gesellschaft existierte tatsächlich für kurze Zeit gegen Ende der Weimarer Republik. Doch ihre damalige korrekte Bezeichnung lautete nicht, wie vermutet, Vril-Gesellschaft, sondern vielmehr Reichsarbeitsgemeinschaft „Das kommende Deutschland“. Wieso sie später unter dem irrtümlich verwendeten Namen Vril-Gesellschaft bekannt wurde, ist leicht zu erklären. Die in Berlin in den frühen dreißiger Jahren existente Gesellschaft beschäftigte sich tatsächlich mit der Entwicklung und Umsetzung einer energetischen Konzeption, die um den Begriff „Vril“ kreiste.
Man weiß bis heute wenig über deren Mitglieder, doch zwei Personen, die man als Protagonisten der Arbeitsgemeinschaft bezeichnen kann, sind durchaus bekannt. Der eine, der nach außen hin auftretende Kopf der Gemeinschaft, war Johannes Täufer, dessen bürgerlicher Name Hans Janik lautete. Janik war am 27. Juli 1892 im tschechischen Nickolsburg zur Welt gekommen. Ihm wurde nachgesagt, er beherrsche die Suggestion und Hypnose, sei vor 12.000 Jahren Oberpriester gewesen und habe in Tibet Opferaltäre errichtet. Janik meinte von sich selbst, dass es seine Mission sei, Deutschland zu retten12.
Der andere, mehr im Hintergrund agierende Drahtzieher und Geschäftsführer der Gemeinschaft, war Otto Wilhelm Barth (geb. 25.9.1882 – 19?). Barth, Sohn eines angesehenen Leipziger Buchhändlers, war künstlerisch interessiert und beschäftigte sich schon früh mit philosophischen und religiösen Themen. In Leipzig, seiner Geburtsstadt, war er Mitglied der theosophischen Gesellschaft (Internationale Theosophische Verbrüderung oder kurz: I.T.V.). Zeitweise engagierte er sich künstlerisch bei deren Abendveranstaltungen. In allen Programmen, bei denen seine Mitwirkung aufgelistet ist, trat er als „Schauspieler“, genau genommen als „Schauspieler des Leipziger Schauspielhauses“, auf. Er rezitierte bei musikalischen Vortragsabenden in den Jahren 1906-1908 u.a. Dante Der Berg der Läuterung, Goethe Prolog im Himmel (Faust) und Byron Manfred I. Akt13. Nach 1908 taucht O. W. Barths Name nicht mehr in den Listen als Vortragender bei den Veranstaltungen auf.
Seine Schauspielerei hat Barth irgendwann an den Nagel gehängt und sich einem verwandten Metier zugewandt. Er betrieb in der Leipziger Wurznerstraße 103 einen „Bühnenvertrieb“ und den „Otto Wilhelm Barth-Verlag“14. Vermutlich im Jahr 1920 verließ Barth Leipzig, um sich als Buchhändler in München niederzulassen. Es stand ihm jedoch auch in der bayerischen Hauptstadt mehr der Sinn nach einem eigenen Verlag bzw. eigenen Verlagen, denn es nicht blieb nicht bei einem Verlag. Streng genommen könnte man Barth als rührigen Verlagsgründer bezeichnen. War es damals in den okkulten Kreisen, in denen Barth sich bewegte, gang und gäbe unterschiedliche okkulte Gesellschaften, Vereine oder Logen zu gründen, so zeigte sich Barth in der Gründung seiner Verlage sehr erfinderisch. Nach seinem Leipziger Verlag gründete er an seinem neuen Wohnort in München den Jati-Verlag, mit Sitz in der Isabellastraße 23. In einem Brief an den Theosophischen Kultur-Verlag in Leipzig kündigte Barth 1921 eine geschäftliche Neuerung an. In dem Schreiben heißt es wörtlich:

„Im März eröffnen wir in München, Schellingstr. 61 eine Sortimentsabteilung unter dem Namen Asokthebu als Spezialbuchladen für Okkultismus, Astronomie, Astrologie, Theosophie, Mystik, Religionsphilosophie und verwandte Gebiete. Eröffnung ist am 29. März 1921.“

Unterzeichnet war der Brief von Barth, versehen mit dem Stempel des Jati-Verlages15. Offizieller Termin war dann nicht der 29. März, sondern der 1. April 1921, wie den Angaben des Adressbuches des Deutschen Buchhandels zu entnehmen ist. Der Asokthebu Verlag war aber noch mehr als nur eine Sortiments-, Antiquariats- und Verlagsbuchhandlung. Er wurde zur Geschäftsstelle der Lotus-Gesellschaft und Herausgeber der okkulten Zeitschrift Lotusblätter.
Parallel zum Asokthebu Verlag gründete Otto Wilhelm Barth zusammen mit dem Geisteswissenschaftler und vormaligen Lektor des Leipziger Wolkenwanderer Verlags Fritz Werle (1899-1977) am 30. Dezember 1924 den “Otto Wilhelm Barth-Verlag, Gesellschaft mit beschränkter Haftung”16. Werle trug die finanzielle Hauptlast des Unternehmens und brachte 4.000 Reichsmark als Einlage ein. Barths Anteil hingegen belief sich auf 1000 Reichsmark, die er aber nur in Form von Verlagsrechten17 investierte. Was nicht sonderlich verwundert, wenn man weiß, dass Barth immer wieder in großen finanziellen Schwierigkeiten steckte18. Schon am 9. Juni 1925 kam ein weiterer Gesellschafter namens Hermann von Glenck in den Verlag hinzu. Nur ein knappes halbes Jahr später versuchten Glenck und Werle O. W. Barth aus dem nach ihm benannten Verlag zu drängen. In einem Brief vom 3.1.1926 schrieben die beiden:

„Nachdem Sie durch Ihre anhaltende Krankheit an der Verrichtung Ihrer Dienste bei unserer Firma verhindert sind, heben wir hiermit das mit der Gesellschaft eingegangene Dienstverhältnis ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist ab sofort auf. […] Weiterhin erfuhren wir, dass Sie anderweitige Dienste leisten. Sie haben deshalb die Ihnen nach § 60 HGB obliegende Verpflichtung verletzt. Auch in diesem Sinne gilt unsere Kündigung.“19

Bei den anderweitigen Diensten, die Barth nebenher leistete, dürfte es sich um die Geschäftstätigkeit im Asokthebu Verlag gehandelt haben. Denn das würde erklären, warum Barth seine Frau im Jahr 1925 als neue Eigentümerin eintragen ließ. Diese Handlung hat die Situation jedoch nicht entschärft. Ob Otto Wilhelm Barth in der Folge sein Amt als Geschäftsführer des O. W. Barth-Verlags niedergelegt hat, wie es im ursprünglichen Text des Briefes an das Handelsgericht heißt, oder ob er als Geschäftsführer “abberufen” wurde, wie die korrigierte Fassung lautet, ist letztendlich gleichgültig. Barth selber schilderte die Situation mit wenigen Worten auf einer Postkarte an Max Staack20:

„Misstimmungen mit meinem Teilhaber Werle (Pansophiegegner von Anfang an) veranlassen mich jetzt aus dem Verlag O. W. Barth-Verlag GmbH Planegg auszutreten. Herr W[erle] hat mich ausserordentlich enttäuscht und ich kann nicht mehr mit ihm zusammenarbeiten.“21

Was auch immer die Gründe gewesen sein mögen, die Folge war Barths Ausschluss oder Austritt aus dem nach ihm benannten O. W. Barth-Verlag im März 192622. Gegenüber dem Autor, Freimaurer und Ordensgründer Dr. Paul Köthner (1870-1932) erklärte Barth in einem Brief:

„Mit dem Verlag meines Namens Otto Wilhelm Barth-Verlag GmbH in Planegg habe ich nichts mehr zu tun. Nach langen Kämpfen bin ich am Anfang Juli ds. Jahres ausgetreten. Es existiert nun noch mein alter Verlag mit meinem Namen. Leider gelang es mir nicht eine Namensänderung zu erzielen. […] Jedenfalls sind Verwechslungen zu vermeiden und mit der Planegger Produktion habe ich nichts zu tun.“23

Auf die neuen Inhaber war Barth offensichtlich nicht gut zu sprechen. Köthner gegenüber ließ er wissen, er wolle mit „diesen Herren nichts mehr zu tun haben“.
Im Jahr 1927 startete O. W. Barth dann sein ehrgeiziges Unterfangen einer neuen, monatlich erscheinenden, alchemistischen Fachzeitschrift. Ihr Titel lautete:

„Alchemistische Blätter. Erstes deutsches Fachblatt für alle Gebiete der Alchemie. Monatsschrift für das Gesamtgebiet der Hermetischen Wissenschaften in alter und neuer Zeit. Organ verschiedener Alchemistischer Gesellschaften, Logen, Schulen.24“

Barth war Herausgeber und Inhaber zugleich. Die Zeitschrift war konzipiert als Organ der „Alchemistischen Gesellschaft in Deutschland“. Barth konnte namhafte Zeitgenossen als Autoren für seine Publikation gewinnen. So erschienen u.a. Arbeiten von Jollivet Castelot (in deutscher Übersetzung), von Dr. Ernst Darmstaedter25, Albert Herba (d.i. Hermann Baumann), Dr. Ferdinand Maack (1861-1930), Alfred Müller, Dr. Franz Spunda (1890-1963) und Oswald Wirth (1860-1943). Sie alle lieferten Beiträge für den ersten Jahrgang. Besonders hervorzuheben ist ein Aufsatz des berühmten Kabbala-Forschers Gershom Scholem (1897-1981), den man auf den ersten Blick in dieser Zeitschrift nicht erwartet hätte. Der Titel des Aufsatzes lautete Alchemie und Kabbala. Ein Kapitel aus der Geschichte der Mystik.26
Desweiteren war von dem „bisher unbekannten kleinen Kreise sehr ernst zu nehmender Forscher und Praktiker“, wie sich die Verantwortlichen der Alchemistischen Blätter selbst zu nennen pflegten, zusätzlich eine Alchemistische Rundschau geplant. Rundschauen, die Einblick in die Arbeiten und die Bewegung im In- und Ausland vermitteln sollten, waren zur damaligen Zeit sehr beliebt. Man fand dieses Stilmittel in fast jeder Zeitschrift. In unserem Fall kam die Rundschau jedoch nicht über den Planungszustand hinaus.
Das ambitionierte Unterfangen einer alchemistischen Fachzeitschrift kam schon im ersten Jahr des Erscheinens (1927/1928) in schwierige wirtschaftliche Verhältnisse. Im letzten Heft (Nr. 10/12) des ersten Jahrganges monierte Barth:

“Der erste Jahrgang der Alchemistischen Blätter ist nunmehr beendet. Von den deutschen Abonnenten ist mir die erwartete Unterstützung fast ganz ausgeblieben. Wenn jeder bisherige Abonnent wie in Mitteilung 1 gesagt, einen einzigen neuen Abonnenten gebracht hätte, wären die Herstellungskosten gedeckt. Das Interesse für die Alchemistischen Blätter ist im Auslande größer als in Deutschland.”27

Über die Gründe, warum zwischen dem ersten und zweiten Jahrgang eine Lücke von fast zwei Jahren entstand, kann nur gerätselt werden. Barth selbst bietet keine Erklärung dafür. Möglicherweise spielten der Konkurs und der daraufhin erfolgte zwangsweise Verkauf des Asokthebu Verlags im Jahr 1927 eine Rolle. Barths finanzielle Sorgen sind durch einen Brief von dem Gründer der Fraternitas Saturni Eugen Grosche an Martha Küntzel, Theosophin und Aleister Crowley-Anhängerin, dokumentiert. Grosche schreibt über Barth:

„Er zieht jedenfalls aus einem möblierten Zimmer in das andere und befindet sich in so schlechten Verhältnissen, dass er sogar auf der Strasse bei einem Schnellphotographen Dienst tut“ 28.

Barth scheint jedoch im selben Jahr wieder eine Anstellung gefunden zu haben. Denn von Grosche stammt auch der Hinweis, dass Barth „Manager“ von der Zeitung Neue Wege geworden sei29.

Das Themengebiet Alchemie lässt Barth trotz all der Schwierigkeiten nicht los. Im Februar 1930 wirbt er im Anzeigenteil der Zeitschrift Hain der Isis für seinen neuen 16seitigen Prospekt Das alchemistische Problem. Der Zugang zur magischen Welt30. Im selben Jahr gelingt es ihm, endlich den zweiten Jahrgang seiner alchemistischen Zeitschrift herauszugeben. Vielleicht um auch nach außen hin die ungewöhnliche Zeitspanne in der Abfolge der Jahrgänge zu dokumentieren, entschieden sich die Mitglieder der Alchemistischen Gesellschaft den Namen der Zeitschrift zu Beginn des zweiten Jahrganges in Archiv für alchemistische Forschung umzuwandeln. Doch das alles half nichts. Das Interesse an einer alchemistischen Zeitschrift war einfach nicht groß genug. Bereits nach dem zweiten Heft, das nun von Anfang an nur alle zwei Monate erscheinen sollte, musste das Erscheinen der Zeitschrift mangels Mitglieder und Käufer endgültig eingestellt werden. Doch bevor es dazu kam, erschien am Ende des ersten Hefts des zweiten Jahrgangs eine unscheinbare, aber dennoch sehr wichtige, kurze Mitteilung unter der Rubrik “Notizen aus der Bewegung”. Es war der Hinweis auf die geheimnisvolle Reichsarbeitsgemeinschaft „Das kommende Deutschland“. O. W. Barth, als Geschäftsführer der Gemeinschaft, notierte dazu:

„Die Gemeinschaft ist absolut unpolitisch und unparteiisch. Jeder „Suchende“ ohne Unterschied des Geschlechts und seiner sozialen Stellung ist willkommen.“

Als eine Art Programmschrift veröffentlichte die Reichsarbeitsgemeinschaft „Das kommende Deutschland“ die Schrift:

„Vril. Die Kosmische Urkraft. Wiedergeburt von Atlantis.“ Von Johannes Täufer. Herausgegeben im Auftrage der Reichsarbeitsgemeinschaft „Das kommende Deutschland“, Zentralbüro Berlin W 57, Pallasstr. 7.

Verleger dieser Schrift war erstaunlicherweise nicht O. W. Barth, sondern der damals bekannte Verleger Wilhelm Becker. Dieser hatte 1923 einen vornehmlich auf Astrologie spezialisierten Verlag ins Leben gerufen, der sich im Laufe der Jahre gut am Markt etabliert hatte. Warum Becker die Vril-Schrift publizierte und nicht O. W. Barth ist nicht ganz klar. Möglicherweise war dieses in Astrologen- und Okkultisten-Kreisen bekanntes Unternehmen besser geeignet, ein breiteres Publikum anzusprechen. In Beckers Verlag erschien zudem eine Fachzeitschrift mit dem Titel Die Astrologie. Im April-Heft 1930 dieser Zeitschrift steht über das von Johannes Täufer (d.i. Hans Janik) verfasste Werk Vril. Die kosmische Urkraft. Wiedergeburt von Atlantis folgende Verlagswerbung:

„Diese Aufsehen erregende Schrift wird das Interesse aller denkenden Kreise erwecken, denn die darin angezeigte Wiederentdeckung des Vril, der kosmischen Urkraft dürfte geeignet sein, das gesamte Wirtschaftsleben und die allgemeinen Verhältnisse Deutschlands von Grund auf zu revolutionieren. Die Vrilkraft war es, welche das untergegangene Atlantis auf eine derart hohe Kulturstufe brachte wie unsere heutige Menschheit sie noch lange nicht erreicht hat. Die gemachten Andeutungen sind geradezu fabelhaft und die erwähnte Urkraft ist ganz dazu geeignet, das deutsche Volk aus den Nöten der Jetztzeit einer besseren Zukunft entgegen zu führen.31“

Nur einen Monat später erschien in dergleichen Zeitschrift eine blumige Rezension des Werkes.

„Vril“ – Klang dieses Wortes und unvorstellbare Erinnerungen an fern verklungene Zeiten. Ein Märchen, doch vielleicht bald kein Märchen mehr! Wenn Du nur willst, lieber Leser, sehr bald reale Wirklichkeit. Wie zauberhaft hört sich das an! Verweilen wir darum etwas bei diesem Ausblick. Vertiefen wir uns in seine Romantik, sehen wir zu, wie es mit seiner Verwirklichung steht! Das vorliegende Büchlein gibt uns Aufschluß. Es führt uns zunächst zurück in die Zeiten ältester Kultur, unsere Gedanken hinlockend auf die heute noch bestaunten Wunderwerke damaliger Technik, deren Zustandekommen auf Grund unserer heutigen physikalischen Erkenntnisse uns immer unerklärlich bleiben würde, wenn wir nicht aus den Hinweisen alter rhetorischer Überlieferungen, in der den Atlantiern noch zur Verfügung stehenden Urkraft – dem Vril – eine Erklärung dafür finden könnten. Atlantis ist untergegangen, das Geheimnis der Nutzbarmachung der schöpferischen Urkraft aus dem Gedächtnis der Menschheit verschwunden. – Wie? – Sollte das immer so bleiben? – Weltgeschehen ist Weltentwicklung! An der Schwelle einer neuen Zeitenwende stehend, sind in den letzten Jahrzehnten unerhörte Erkenntnisse unserer Menschheit wieder zugeflossen! Ist es vermessen zu glauben, daß das Problem der Urkraft jetzt nicht auch seiner Lösung wieder nahegebracht werden könnte? – Unerhörte Zeiten – unerhörte Möglichkeiten! Ernsthafte Vertiefung in die Natur, das Leben und die kosmischen Gesetze, wissenschaftliche Erkenntnis und unaufhörliche Arbeit haben schließlich die Wege erleuchtet und die Lösung gebracht. – Mit ihr freilich auch die Verantwortlichkeit und die Verpflichtung! – Wie die Realisierung sich ermöglicht und gedacht ist, erfährst Du lieber Leser, am besten selbst aus diesem Büchlein. Du aber, deutsches Volk, sollst Eigner werden dieser in fortschrittlicher Weise wiederentdeckten Urkraft und aller seiner Segnungen, wenn – du nur willst. Die Broschüre kann nicht im Entferntesten alle die wissenschaftlichen Zusammenhänge wiedergeben, die zur Lösung des Problems beigetragen haben oder es im Sinne unserer heutigen Wissenschaft begründen. Sie ist als Einführungsschrift gedacht, eröffnet aber einen genügenden Einblick in die Dinge und verschafft uns einen staunenswerten Ausblick in die genialen, schöpferischen Ideenzusammenhänge, die die Grundlage für die Verwirklichung bildeten. – Lies selbst das Büchlein, lieber Leser! Vielleicht und wahrscheinlich willst du dann bald mehr erfahren. Das „Wie und Wo“ erfährst du schon daraus. Zögere nicht, auch deine Mitwirkung ist für das Wohl des Ganzen unentbehrlich!“32

Das Werk Vril bot jedoch nicht nur einen Erklärungsversuch der vermeintlichen Vril-Kraft, sondern auch nähere Informationen zur „Reichsarbeitsgemeinschaft“. Dort konnte jeder interessierte Leser ab Seite 46 unter der Überschrift Wege und Ziele Folgendes nachlesen.

„Eine große helfende Tatgemeinschaft kommt im Deutschen Reiche herauf!

Der schöpferische Mensch wird angebahnt – und „Wissende“
weisen gangbare Wege zur praktischen Erziehung
der uranischen Strahlungsmenschen!

Die Zeit der Uraniden will anbrechen! –

In allen Städten Deutschlands werden Arbeitszellen
geschaffen und diese Zellen in der Reichshauptstadt zu einer
zentralen Einheit zusammengeschlossen. Jeder Deutsche ist
uns zur Mitarbeit erwünscht und kein Deutschfühlender erscheint
etwa zu gering!

Die Gemeinschaft selbst ist absolut unpolitisch und unparteiisch
und arbeitet schöpferisch im Sinne steter Förderung des
Tatguten aller Religionen an der Heraufbringung
des Übermenschen.

Jeder „Suchende“, ohne Unterschied des Geschlechts
und seiner sozialen Stellung ist uns willkommen und wende
sich an unser Zentralbüro Berlin W 57, Pallasstraße 7/1[33].

Nun reichen wir Ihnen die tatfördernde Bruderhand
zum geistigen Bunde und wollen gern als „Dienende“ mit
Ihnen aufbauschaffend arbeiten!

So haben wir uns alle nur als „Dienende“ der Tatgemeinschaft
aufzufassen, die im Dienste „des Erhabensten aller
strahlenden Dienenden“ – des Allgeistes – stehen.

Jetzt wachse das in die Menschenbrust gesäte Tatkorn
wurzeltreibend zum „Tat-Weltbaum“, der – so die Allkraft
will – bald eine große Tatgemeinschaft segenspendend
überschattet! Auf unseren Bannern strahlt in flammenden
Lichtlettern die „Tat-Rune“ und leitet uns zum hehren Siege der
naturbeherrschenden Uraniden!

Und unsere Parole lautet:

Durch Tat-Strahlung“ – frei!!“

Den strahlend-wollenden Menschen aber die Wartung
der strahlenden „Urkraft-Zellen!“

So werde in Bälde Wirklichkeit, was unzählige
„Suchende“ als heiligste Ahnung in tiefster Brust hegen!

Und Gott ist Geist, ist schöpferische Strahlungsmacht!
Doch vor allem: „Alles verzeihende – weil um alles wissende
Liebe!“34

Nur kurze Zeit später wurde eine weitere Publikation der Reichsarbeitsgemeinschaft auf den Markt gebracht. Ihr Titel:

Weltdynamismus. Streifzüge durch technisches Neuland an Hand von biologischen Symbolen. Herausgegeben von der Reichsarbeitsgemeinschaft „Das kommende Deutschland“ (Berlin 1930).

Die 31 Seiten umfassende Schrift war diesmal im Otto Wilhelm Barth-Verlag Berlin W 57 (Pallasstraße 7) erschienen. Im Vorwort heißt es:

„Nachstehende Ausführungen stellen den Versuch dar, technisch nicht geschulte Interessenten in die Probleme der anbrechenden dynamischen Technik gemeinverständlich einzuführen.
Die „Raumkraft-Disziplinen“ sind vollkommen neu und können in diesem knappen Rahmen schultechnisch nicht eingehend erläutert werden!
Technischen und wissenschaftlichen Kreisen stehen wir jedoch gern zwecks tiefschürfenderen Aufklärungen zur Verfügung.“35

Der Autor oder die Autoren des Werkes Weltdynamismus sind, im Gegensatz zur Vril-Schrift, unbekannt geblieben. Es trat nur die Reichsarbeitsgemeinschaft als Herausgeber in Erscheinung. Von Johannes Täufer (d.i. Hans Janik) erschien etwa zeitgleich ein Gedicht in der Zeitschrift Die Astrologie. Es ist betitelt mit Sternglaube.

„Stand ein Stern am Firmament
Und wachte …
Kam der Mond in fahler Pracht
und lachte:
„Wird dein Schein bald nichtig sein –
verblassen!“
Doch der Stern mit Würde sprach
gelassen:
„Deine Rede trifft mich nicht!
Ich bin Licht ! –
D u erborgst dir deinen Glanz,
ich bin selber Sonne ganz! . . .
Du strahlst nah – ich weltenfern …
Ich … bin … Stern!!“
Johannes Täufer36

Der letzte Satz erinnert an Aleister Crowleys Ausspruch „Jeder Mensch ist ein Stern“. Ob Täufer (d.i. Hans Janik) dies auch so meinte, ist allerdings unklar.

In diesem Zusammenhang möchte ich kurz noch einmal auf Trevor Ravenscroft zurückkommen. Er hatte, wie wir vorher gelesen haben, die Vermutung geäußert, dass die Mitglieder der Reichsarbeitsgemeinschaft aus dem Umfeld der Anhänger von Aleister Crowley stammen könnten.

Um die Behauptung von Ravenscroft nachvollziehen zu können, muss man den Blick auf zwei damals in den Berliner okkulten Kreisen sehr bekannte Personen richten. Die Rede ist von Eugen Grosche alias FraGregorius und Hans Müller alias FraJohannes. Kennengelernt hatten sich Grosche und Müller bereits in der pansophischen Bewegung von Heinrich Tränker. Bereits seit dem Herbst 1923 hatten sie in der astrologisch-okkulten Arbeitsgemeinschaft zusammen gearbeitet. Müller war sogar seit dem 11.4.1924 zu deren Leiter gewählt worden. Unter Leitung von Heinrich Tränker gründeten sie zusammen mit anderen am 16.12.1924 die Pansophische Loge der Lichtsuchenden Brüder Orient Berlin. Nach deren Auflösung gehörten Grosche und Müller zu den Gründungsvätern der magischen Loge Fraternitas Saturni, die am 8. Mai 192637 errichtet wurde. Die Tätigkeit dieser „Geheimloge“ beruhte teilweise auf Crowleys Lehre. In der logeneigenen Zeitschrift Saturn Gnosis veröffentlichte nun FraJohannes im Januar 1929 u.a. einen Aufsatz, der den Titel Das neue Gesetz des Wassermann-Zeitalters trägt. Bei genauer Betrachtung erscheint der gesamte Text durch Crowleys Lehre inspiriert. Hier findet man bereits eine Fundstelle zum Thema „Vril“.

„Äonen sind auf- und abgestiegen im Zeitenlaufe der Ewigkeit und haben ihre materiellen Manifestationen gefunden. Ehe der Mensch war, war das „Gesetz“. Und dieses Gesetz war die „Liebe“, jene Liebe aber, welche aus der Einheit zur Vielheit wurde, indem sie sich manifestierte und trennte um der Vereinigung willen. Das ist der große kosmische Zeitlauf, jene kosmische Liebe, die Urenergie, das Urprinzip, Atma, Gott oder wie Du es sonst nennen willst, ist gut und böse in einem.

Aus dem Schosse der Mutter-Gigantin entschleudert, wurde unsere Welt geboren als eines von vielen kosmischen Kindern. Und auch über dieser, unserer Welt steht das Gesetz der Liebe.

Von dieser Welt ist unsere Erde ein Funke, geordnet im Mittelpunkt des goldenen Schnittes in der Planetenkette, und darum von besonderer kosmischer Bedeutung. In allen Entwicklungsphasen dieser Erde war und ist das eine und gleiche Gesetz, das Gesetz der Liebe.

Und auf dieser Erde wurde der Mensch. Wie tief verankert stehen wir im kosmischen Geschehen. Denn alle vorgenannten Entwicklungsphasen sind als Reflexe in dem Funken oder Fohat, dem Gott in uns, verankert, welcher die einzige und absolute Wahrheit ist. Diese Wahrheit in uns zu finden und zu erkennen ist einziges Ziel aller kosmischen und menschlichen Evolution. Diese Liebe, diese Wahrheit, ist der Wille, der Urwille, die Vrilkraft der Alten. Dieser Wille, mein Bruder, ist in Dir als Mensch manifestiert. Manches Zeitalter hat es gegeben, in dem Menschen nicht verstanden haben, daß Liebe gleich Wille ist. Nun wirst Du verstehen, warum „Liebe das Gesetz“ ist und „Liebe unter Willen“.

Diese Liebe, gereinigt vom Zweck, ist
weder gut noch böse. Und sie darf niemals verwechselt werden mit dem Begriff,
der die menschlichen Gefühle ausdrückt.“38

Crowleys Credo heißt „Tue was Du willst, ist das ganze Gesetz“ und „Liebe ist das Gesetz, Liebe unter Willen“. Ob nun wirklich irgendwelche Crowley-Anhänger Mitglieder in der Reichsarbeitsgemeinschaft „Das kommende Deutschland“ waren, ist trotz Ravenscrofts Behauptung unbekannt. Fest steht jedoch, dass O. W. Barth persönlichen Kontakt mit deutschen Crowley-Kennern und -Anhängern, wie Martha Küntzel, Otto Gebhardi, Karl Germer, Eugen Grosche und Heinrich Tränker hatte39. Barth dachte sogar kurzzeitig über einen Eintritt in die Fraternitas Saturni nach, wie Dokumente belegen.

Dessen ungeachtet hielt Johannes Täufer (d.i. Hans Janik) neben seinen literarischen Arbeiten Vorträge in der Astrologischen Gesellschaft (e.V.) in Berlin, deren Vorsitzender zugleich der Verleger Wilhelm Becker war. So lautete u.a. sein Beitrag am 17. Februar 1930 Die kosmische Urkraft in ihren astrodynamischen Auswirkungen40 und am 26. Mai referierte Täufer über: Das kosmische Jahr, die verschiedenen Zeitalter der Menschheitsentwicklung in Vergangenheit und Zukunft.41

Anlaufstelle für alle am Vril-Thema Interessierten war die Adresse von O. W. Barth in der Berliner Pallasstraße. Hier plante Barth, im Rahmen seines Archivs für alchemistische Forschung eine weitere Publikation für die Reichsarbeitsgemeinschaft:

„Archiv für alchemistische Forschung. (Alchemistische Blätter II. Jg.) verbunden mit: Zeitschrift für Weltdynamismus. Offizielles Organ der Reichsarbeitsgemeinschaft „Das kommende Deutschland“ mit den Beilagen: „Verinnerlichung“ Wegweiser der Geistes- und Geheim-Wissenschaften“ und „Der Silbenstecher. Literarischer Wegweiser der gesamten Lebensreform.“

Unter diesem Titel erschien genau genommen nur das zweite Heft des Archivs für alchemistische Forschung im Jahr 1930. Die in dieser Nummer abgedruckte Zeitschrift für Weltdynamismus erhielt zusätzlich den Untertitel „Zur Einführung in die Bio-Technik“ und hatte einen Umfang von 16 Seiten. Als Schriftleiter zeichnete Otto Wilhelm Barth selbst verantwortlich. Die Artikel stammten von Johannes Täufer (d.i. Hans Janik) Die Kugel als gestaltführende Qualität, von Hans H. Reinsch Die biotechnischen Kugelelemente, von Eugen Georg Die Zahlen als Urbilder der Urenergie und von A. Talus [Holzapfel] Ich zertrümmere Atome.

Aufschlussreich sind die Hinweise auf Veranstaltungen und weitere Pläne der Reichsarbeitsgemeinschaft, die auf den beiden letzten Seiten der Zeitschrift für Weltdynamismus Platz fanden. O. W. Barth verkündete darin:

„Am 11. März 1930 trat eine Anzahl von Männern und Frauen zu einer Sitzung zusammen, um sich zur Aufgabe zu machen, dem deutschen Volke in gegenwärtiger Verfallszeit helfend voranzuschreiten. Die erste Zusammenkunft verlief sehr angeregt und vom Initiator der neuen großen Bewegung, Herrn Johannes Täufer wurde ein bis zum Letzten durchdachtes Aufbauprogramm entwickelt, das ermöglicht, eine umwälzende Erfindung auf dem Gebiete der Elektrizität schon in Kürze praktisch zu verwirklichen.
Die Urkraft wird dem deutschen Volksganzen segenspendend dienen und Träume, die selbst kühnste Phantasie kaum auszudenken wagte, sollen sich realisieren. Herr Täufer sichtete in knapper und klarer Rede alle Möglichkeiten schnellsten Einbaues der Biotechnik in die deutsche Wirtschaft. Die Urkraft kann niemals finanzkapitalistisch ausgebeutet werden und soll nur der Allgemeinheit im vollsten Ausmaße dienstbar sein. Deshalb sind alle Anträge finanzkapitalistischer Interessenten abgelehnt worden!
Die Reichsarbeitsgemeinschaft „Das kommende Deutschland“ macht es sich nunmehr zur Aufgabe, das deutsche Volk über alle Angelegenheiten aufzuklären und wird dies durch große Massenversammlungen, laufend erscheinende Flugblätter, Druckschriften und das vorliegende offizielle Organ bewerkstelligen.
Es ergeht der Ruf an alle gutgesinnten Menschen, die willens sind, aus den bestehenden, unhaltbaren wirtschaftlichen und ethischen Verhältnissen herauszukommen, sich unserer Bewegung anzuschließen. Die neue Technik erbringt der Menschheit vollkommene Naturbeherrschung. Die Urkraft ist mit keiner der gegenwärtigen bekannten Energien gleichzusetzen, da sie die Kraft aller Kräfte darstellt, mit denen wir heute in der Technik arbeiteten. Sie ist die psychophysische Universalenergie und als solche vitalschöpferisch.
Nach den Ausführungen des Herrn Täufer entspann sich eine rege Debatte und es wurden verschiedene Anregungen laut, die wohl alle darin ausklangen, daß die Urkraft dem deutschen Volke in Kürze zu geben wäre, um eine unvermeidliche Katastrophe hintanzuhalten.
Abschließend ergaben sich für die sofort einzusetzende intensive Aufklärungsarbeit in Wort und Schrift nachfolgende Richtlinien:

  1. Aufrufe an das deutsche Volk,
  2. Vortragstätigkeit in einzuberufenden Massenversammlungen,
  3. Werbung durch Schriftwerke und Presse,
  4. Schaffung einer Volkshochschule für Biotechnik,
  5. Heranziehung von geistigen Mitarbeitern aus allen Gebieten der Kunst und Wissenschaft, soweit diese Mitarbeiter ein ethisch einwandfreies Wollen besitzen und das Beste des deutschen Volksganzen im Auge behalten,
  6. Schaffung von geldlichen Mitteln zum Aufbau eines gewaltigen über allen Parteien stehenden Zweckverbandes,
  7. Schaffung von Arbeitszellen in allen größeren Städten Deutschlands,
  8. Einleitung von Verhandlungen mit den verantwortlichen Regierungskreisen,
  9. Versuch einer Anbahnung der Versöhnung zwischen Religion und Wissenschaft,
  10. praktische Tatsetzung durch Einbau der Biotechnik im kommenden Deutschland, soweit dies nach den gegebenen Verhältnissen und Umständen evolutionär möglich ist.

Nach herzlichen Dankesworten des Einberufers an alle Erschienenen und dem Hinweis darauf, daß die Zeit der Verwirklichung da sei, was sich auch kosmisch bezeugen läßt, wurde die erste Sitzung des Arbeitsausschusses Berlin der RAG „Das kommende Deutschland“ geschlossen.“42

Vierzehn Tage später hielt Täufer am 25. März 1930 in den Räumen der Staatlichen Elisabethschule Berlin, Kochstr. 66, einen ersten Lehrkursus der neu gegründeten Volkshochschule für Biotechnik. Sein Thema war die Atomtheorie. Drei Tage später, am 28. März rechnete Täufer mit den, seiner Meinung nach, grundlegenden Irrtümern der Schulphysik ab. Weitere Veranstaltungen im April waren geplant.
Barth war von der Idee der Urkraft und den Plänen der Reichsarbeitsgemeinschaft überzeugt, aber außer einer Handvoll Begeisterter scheint Niemand diesen Enthusiasmus geteilt zu haben. Die großen Pläne mit Massenveranstaltungen und gedruckter Propaganda konnten nicht in der gewünschten Form realisiert werden.

Kurzfristige Unterstützung fanden die Anhänger der Reichsarbeitsgemeinschaft durch den Astrologen, Autoren und Verleger August Frank Glahn (1865-1941). In seiner Zeitschrift „Astrale Warte“ erschien im August 1930 ein von Rudolf Sieber anonym verfasster Aufruf der Reichsarbeitsgemeinschaft mit dem Titel:

Eine neue Physik!
In diesem kurzen Satz liegt eine Angelegenheit von ungeheurer Bedeutung. Unter Literatur berichte ich über Vril. Diese ungeheure Kraft, bisher sagenhaft, wird in unser Blickfeld als Wirklichkeit gestellt! In Berlin ist der Mittelpunkt der Forschung, Deutschland soll als erstes Land davon Gebrauch machen. Es hat sich eine Reichsarbeitsgemeinschaft „Das kommende Deutschland“ gebildet, der jeder Leser ungesäumt beitreten sollte, zumal die Erklärung zur vorläufig beitragsfreien Mitgliedschaft genügt, um in den Kreis der Forschenden einzutreten. Das Zentralbüro befindet sich Berlin W. 57, Pallasstr. 7. Die in der näheren Umgebung von Berlin Wohnenden können an Kursen teilnehmen, die nunmehr regelmäßig stattfinden. Man lasse sich den Arbeitsplan kommen. Zur Zeit laufen folgende Kurse: 1. Atomtheorie. 2. Kosmotechnik. 3. Urkraftsathos. Die Kurse werden im Russischen Hof, Georgenstr. 21/22, abgehalten.

Vorträge im Reiche sind geplant. Forschungs- und Mitteilungsorgan: Archiv für Alchemistische Forschung verbunden mit Zeitschrift für Weltdynamismus.
Die Schrift Vril, bei W. Becker in Berlin-Steglitz, Schloßstr. 69, herausgekommen, kann als Programmschrift angesehen werden, eine zweite Schrift mit dem Titel Weltdynamismus ist bei Otto Wilhelm Barth, Verlag Berlin W 5, Pallasstr. 7, herausgekommen. Herr Barth ist Geschäftsführer des Kommenden Deutschland. In dieser Broschüre werden Streifzüge durch das technische Neuland an Hand von biologischen Symbolen geboten. Der Inhalt dieser Schrift ist bereits so zusammengedrückt, dass es schwer ist, eine weitere Kompression im Umfange eines Aufsatzes zu geben. Ich will die Kapitelüberschriften mitteilen, das kann Wegleite sein. Dann füge ich eine sprachlich geformte Darstellung des Ganzen von Johannes Täufer bei, der hinter der Bewegung als Prophet einer neuen Physik steht, die weiterhin die ersten Erklärungen bietet.
Symbole der Zeit, ein Kapitel über „Schließen“ und „Schießen“. Warum die Oberthsche Weltraumrakete nicht startete. Das Geheimnis der Flamme. Der Weltenflaschenzug, mechanische oder dynamische Technik? Der Weltapfel, warum durften Adam und Eva nicht den Apfel vom Baume der Erkenntnis brechen? Das Geheimnis der stofflichen Indifferenz. Vital-elektrische Energie durch Schlagen des artesischen Kraftbrunnens in die Indifferenz.
Ich müsste mich in der Einsicht meiner verehrten Leser gewaltig irren, wenn nicht die große Mehrzahl sich als höchst teilnehmungsvoll erweisen würde!“43

Zusätzlich zu diesem Aufruf der Reichsarbeitsgemeinschaft veröffentlichte Glahn im Anschluss daran ein Gedicht von Johannes Täufer (d.i. Hans Janik). Es trägt den Titel:

Die dynamische Kugel
Ach unserer Kugel Rundung macht euch gar viel Beschwer,
Sie wird von Außen voll … und ist doch innen leer!
In ihres Herzens Mitte pulst ständig Lebenskraft,
Die eure Tag-Fronarbeit gleich Heinzelmännchen schafft…
Ihr könnet nicht begreifen, daß Leere Fülle frißt
Und daß der Polung Urgrund die Indifferenz ist. –
Die Globen sind geschaltet durch Gravitation,
Dies Wort besaget Alles, spricht euer Weisheit Hohn.
In „Grav“ wirket die „Schwere“, der Bremsschuh der Welt …
Und waltet so als Bindung, die Stoff zusammenhält.
Doch „Vita“ ist das „Leben“ – als wesenhafte Macht –
Die ob dem neuen „Zion“ … dem Vakuum – Kraft – Reich wacht!
Und in der Kugel pulsen die vorgenannten Drei
Da wir des Stoffes Haftung gebrochen kühn entzwei.
Was ihr nur Doppel-polig als Kraftfaktoren kennt
Und nie in seiner Mitte beim rechten Namen nennt,
Das haben wir zum Wirken aus tiefstem Schlaf erweckt; –
Im „Überall“ und „Nirgends“ liegt Seine Macht versteckt!
Wir zwingen nun die Leere… materienumhüllt
Und wandeln so die „Schwere“, die unsere Kugel füllt
Zum heil’gen Odem Gottes, – zur Lebensenergie!
Nun schüttelt ihr die Köpfe und fraget: „Aber wie?“ –
Ei nun, das ist nicht schwerer, als wie das „Leichte“ schwer!
Seht einmal klaren Blickes in der Natur umher.
Im Tulpenkelche klinget des „Lebens“ Glockenton; –
Der Glocken-Meister aber ist „Grav – Vita – Zion“!
Doch wie des Erzes Stimme nur durch die Schwere spricht,
Im Blumenkelch da läutet des Lebens Himmelslicht! –
Es läßt sich nicht bestreiten, der Welten einend’ Band
Ist „Schwere“ und ist „Leben“ … ist „Licht“ aus einer Hand.
Ihr wißt nichts anzufangen mit Kraft-Indifferenz…
Indifferenz-Kraft aber ist Univers-Agens!44
Durch unsere Kugel strömet „das Leben“ aus und ein,
Die Rundung ist umstrahlet von einer Aura-Schein!
– – Und könnt ihr auch nicht fassen, was hier euch wurde kund:
„An diesen Kugeln wird noch die Erd’ gesund!“
Johannes Täufer, Berlin.

Die Texte hatte Glahn von Max Staack erhalten, wie aus dem Briefwechsel der beiden ersichtlich. Als Abrundung zu den beiden Texten folgte im Rezensionsteil der Zeitschrift noch eine Besprechung von Täufers Vril. Die kosmische Urkraft. Die dortige Darstellung ist mehr als eine Buchbesprechung, sie ist eine Art Werbeschrift für die Vril-Kraft.

Vril, die kosmische Urkraft. Wiedergeburt von Atlantis. Von Joh. Täufer. Verlag Wilhelm Becker, Berlin-Steglitz. Preis 1.50 RM
Das ist die erste Veröffentlichung der Reichsarbeitsgemeinschaft, von der wir einen Aufruf abgedruckt haben. Wer über die Kraft Vril näheres wissen will, lese Lytton Bulwers Zanoni. Es handelt sich um die Freimachung von kosmischen Kräften, die jedes uns bekannte Maß übersteigen. Selbstverständlich gibt das Buch nur eine Übersicht, die Grundzüge der Idee, keinen Einblick. Das soll eben in der Reichsarbeitsgemeinschaft gelehrt werden.
Die ganze Angelegenheit verlangt unsere volle Teilnahme, schon damit wir unterrichtet bleiben. Gelingt die Freimachung und Ausnutzung dieser Kraft, dann … darüber gibt es keinen Zweifel! … bricht eine neue Zeit an. Zum Guten? Mindestens fraglich, da Zerstörung die erste Wirkung sein muss! Der Zusammenhang der Menschheit wäre zunächst aufgehoben, es müßte eine völlige Umstellung und Neueinstellung erfolgen. Darüber bin ich mir klar geworden, wir kommen aus den vielen Sackgassen unserer gegenwärtigen Zivilisation nur durch etwas Unerhörtes heraus. Jetzt steuern wir mit Naturnotwendigkeit zum Untergang. Rationalisierungen aller Art machen immer mehr Menschen erwerbslos. Diese müssen entweder einmal umkommen oder verhungern, oder es muß ein Wunder geschehen, nämlich die derzeitigen Anschauungen müßten über den Haufen geworfen werden. Die Überfeinerung wird von jeder Kultur so weit getrieben, daß die Menschen energielos und unselbstständig werden, sich auf Staatsversorgung einstellen. Dann kommt der Rückfall in einige „dunkle Jahrhunderte“, wo nach dem Untergang jeder der verflossenen Hochkulturen, die Unselbstständigen verkommen und nur die sich auf den einfachen Unterhalt Einstellenden durch eigene produktive Arbeit, die zur Selbstversorgung führt, bleiben bestehen. So war es immer. Die „dunklen Jahrhunderte“ waren der Regeneration gewidmet. Kommt jedoch die Vrilkraft zur Anwendung, dann ist der derzeitige Zustand ins Groteske verschlimmert.
Sobald der Nachdenkliche in dieser Weise die Geschichte der Vergangenheit betrachtet, kommt er zur Überzeugung, daß nicht ungestraft der Abgang von der einfachen Natur vollzogen werden kann. Was Wohltat war, wird Unheil! Unselbständige und Versorgungslüsterne, die von anderer Arbeit leben wollen, finden wir auf den Hochschulen, im Beamtenstand, bei allen Angestellten. Ja, wenn dort nur die großen Begabungen zu finden wären, dann wäre alles in Ordnung! Nicht um dieses handelt es sich, sondern um die der Handarbeit Unlustigen, die weiterzukommen wünschen, „ihre Füße unter anderer Leute Tisch stellen wollen“. Auch der Sozialismus scheitert an dieser Klippe, in dem er die Arbeiter zu Herren Angestellten umschaffen will. Da bei der täglichen verdrehten Belehrung durch Gewerkschaft, Partei, Regierung in Stadt und Land, und nicht zum wenigsten durch Kirche und Schule völlig falsche Begriffe und Anschauungen eingehämmert werden, ist keine Aussicht zum Besseren vorhanden. Bezeichnenderweise besteht die Krise überall, in den Ländern der Sieger wie Besiegten. Nun die Entfesselung der Vrilkraft, der Atomkraft! Ist sie göttlich? Teuflisch? Was man daraus macht! Aber welche Menschen werden die Herrschaft darüber an sich reißen und sie wirken lassen? Nach den gegenwärtigen „Machtpotenzen“ werden die Machthabenden die Kraft an sich reißen und dann kommt die teuflische Wirkung unbedingt. Es mag sein, das alles noch nicht so weit ist, aber die Perspektiven werden aufgedeckt, wir haben die Pflicht, uns dabei zu beteiligen, um einem Missbrauch entgegenzuwirken. Die Entfesselung der Kraft liegt in grader Linie der Entwicklung, wir können nicht unbeteiligt vorbeigehen. Ich rate daher allen Lesern, an den Arbeiten teilzunehmen, um nicht überrascht zu werden. Interessant wird ja sein, ob die gegenwärtigen Geld- und Machthaber die Kraft an sich reißen um sie auszubeuten, oder ob sie die Erfinder nebst Erfindung als Kapitalverbrecher töten. Dann geht es um Leben und Tod, Sein oder Nichtsein.45

Kurios ist gleich zu Anfang ein Fehler im Text. Der unbekannte Rezensent verweist auf Bulwer-Lyttons Werk Zanoni als Quelle für die Vril-Kraft und nicht, wie es richtig wäre, auf Das Geschlecht der Zukunft wie die deutsche Übersetzung von The Coming Race heißt.

Im Oktoberheft 1930 der Astralen Warte wurde schließlich der Öffentlichkeit ein zweiter Text der Reichsarbeitsgemeinschaft übergeben. Er lautet:

„Zweites Flugblatt der Reichsarbeitsgemeinschaft „Das kommende Deutschland“
An alle metaphysisch-orientierten Freunde! Durch Kraft zum Licht!
Durch die Wiederentdeckung der Urkraft zur wirtschaftlichen und kulturellen Wiedergeburt.
Was wollen wir?
Wir wollen Gerechtigkeit und Glück.
Wir haben erkannt, daß alle Wesen im Geiste eine Einheit bilden.
Der Geist ist ein Gesetz im Unsichtbaren, dem alles Sichtbare unterworfen ist. Die sichtbare Welt ist ausschließlich eine Welt der Wirkungen. In der Natur herrscht das Gesetz harmonisch. Die Menschheit lebt jedoch im Unglück, weil es dieses Gesetz nicht erkannte, und einen freien Willen hat, dieses Gesetz zu brechen. Nur durch Wiedererkenntnis des geistigen Gesetzes (d. i. Gott) können wir unseren Willen in diejenigen Bahnen lenken, die uns wieder Harmonie erwirken.
Wirtschaft, Politik, Religion und Wissenschaft sind Abteilungen des allgemeinen Lebens, das dem geistigen Gesetz untersteht.
Mangel, Klassenhaß, Lüge und Materialismus sind die Folgen der geistigen Nichterkenntnis.
Sorglosigkeit, Freiheit, Wahrheit und Weisheit entstehen nach bewußter Anwendung des universellen Gesetzes.
Die letzte Offenbarung des göttlichen Willens in Form der reinen Lehre geschah durch einen israelitischen Arbeiter in Palästina aus altem Stammbaum. Wie die esoterische Überlieferung berichtet, war Jesus von seinem weisen Lehrer im Essäerorden in Ägypten gewarnt worden, – aber die Vorsehung sollte sich möglichst erfüllen und der „größte Liebende“ widersetzte sich nicht. Seine Lehre wurde jedoch von der Mehrheit 2000 Jahre hindurch sozusagen mit Füßen getreten, aber seine Idee, das Grundgesetz des kosmischen Gesetzes, die Liebe, wirkte unter der Oberfläche fort. Seit dem Kreuzestod dieses Mahatmas ist die Erlösungsmöglichkeit in allen transzendentalen Sphären gesichert.
Nun kommt die Physis an die Reihe, das dichteste Aggregat ist zur Zeit des manyantarischen Wendepunktes, dem Abschluß der Involution und dem Beginn der Evolution, von der Lichtwelle erreicht. Indem die Materie wieder verstrahlt, in Brahma zurückgeatmet wird, erscheint die göttliche Harmonie in demselben Grade physisch offenbar. Wir stehen also bereits in der beginnenden Verwirklichung des „Gottesreiches auf Erden“.
Die konkreten Strömungen der neuen Zeit, welche die Formen für die neue Gesetzesharmonie schaffen“, benennen wir mit „Metaphysik“, „Sozialethik“, „biologische Politik“ und „Biotechnik“. In diesen vier Lebensäußerungen gestaltet sich hauptsächlich das Glück der Zukunft, offenbart sich das harmonische Gesetz „Leere“ (Laotse), „Liebe“ und „Lebenskraft“ (Leere-Vakuumfunktion, Liebe ist psychischer Magnetismus – kraftstoffliche Bindung, Lebenskraft – strahlende Vitalelektrizität)!
Nach dieser synthetischen Erkenntnis ersteht uns das Problem der Tat. Die Furcht vor der Tat entsteht aus der Furcht vor Verantwortlichkeit, die bei vielen Geistigen durch den Selbstbetrug einer fatalistischen oder mystizistischen Ideologie am Leben erhalten wird. Jeder Eingeweihte weiß, daß der Mensch zu unbekümmertem, furchtlosem Schaffen moralisch verpflichtet ist gemäß seinem inneren heiligen Drange. Dadurch geschieht, was geschehen soll. (Bhagavad Gita, Kap. VI, Vers 1: Wer, was geschehen soll, geschehen macht, und nichts dabei für sich zu haschen denkt, der ist ein Weiser und ein Heiliger; doch weder weise noch auch heilig ist, wer nicht die Opferflamme selbst entzündet und nicht zum Großen Werk die Hände rührt.)
Jedes bedeutende geschichtliche Ereignis war, äußerlich gesehen, die Frucht einer organisatorisch-genialen Tat.
Ohne Selbstbeschränkung keine Form, ohne Form keine Physis.
Ohne Organismus kein Leben, ohne Organisierung keine Verwirklichung.
Und wann sollen wir handeln?
Viele sagen: „Warten!“
Sie müssen noch warten, bis sie erwachen zur Tat; meist geschieht es leider erst aus dem Anlaß materieller Entwurzelung. Der Geist – im Gegensatz zum Verstand – hat zu allen Zeiten stets gerufen: „Hier und heute!“
Was sollen wir schaffen, um zu erreichen, was wir wollen?
Sammeln und einen!
Wir sollen uns in den Dienststellen dem offenbarten Gesetz, – in derjenigen seiner Spezies, – Religion, Wissenschaft, Politik oder Wirtschaft –, zu leben und zu organisieren trachten, welche unserer Veranlagung und persönlichen Befähigung am besten entspricht. Damit aber baldigst eine bessere Zeit anbrechen kann, müssen wir rationell und gemeinsam nach vorher festgelegtem Plane arbeiten. Jeder wollte seither die Spitze sein, darum fanden wir keinen gemeinsamen Plan und steckten fest. Das Naturgesetz ist hier hierarchisch aufgebaut; auch wir brauchen eine Hierarchie.
Der Plan ist schon da!
Wir müssen das Gemeinsame aus allen Lebensgebieten zu einer Synthese zusammenfassen, die der Ausgangs- und der Endpunkt ist und in der die Erkenntnis der Lehre des Gesetzes sowie der schöpferische Plan geboren wird.
Da der Plan schon da ist, war die geistige Synthese schon vorher Wirklichkeit, wenn auch Vielen nicht bewußt. Eine Hierarchie von verantwortungsbewussten, willlensstarken, zielsicheren, weisen Männern muß und wird bald den gesamten Machtapparat übernehmen. Es ist nur scheinbar eine Diktatur, nach der die Herzen sehnen, denn eine Diktatur ist ihrem Wesen nach immer irgendwie einseitig, ungerecht, schwach und doktrinär, d. h. lebensfeindlich. Die Grundlage der Theokratie der Zukunft ist die allgemeine Menschenliebe.
Alle äußeren Unterschiede in Rasse, Besitz, Stand und Glaubensform begrenzten seither die bedingungslose Nächstenliebe, machten sie fast unmöglich. Diese Unterschiede werden fallen, allmählich abgebaut nach dem Grundsatz der allgemeinen Wohlfahrt und Geistesfreiheit. Jeder wird zu seinem Rechte kommen, vorausgesetzt, daß es sein Recht ist innerhalb des natürlichen kollektiven Organismus, des gerechten Volksstaates.
Die sittliche Ordnung, die wahre Gerechtigkeit, die geistige Freiheit, die materielle Sicherheit, die persönliche Verantwortlichkeit, der politische Friede, die Religion der Arbeit, das magische Wissen, der reine Körper, – das alles kommt nun, weil Viele es lange gefordert haben.
Ein Mann steht an der Spitze und viele sind seine bereiten Helfer.
Er ist ein Mensch des Friedens, der Freiheit, der Liebe und der Weisheit. Er offenbart das Gesetz Gottes in der Welt der Erscheinung. Auf ihn haben alle gewartet. Seine Berufung wird ausgedrückt durch seine Macht. Seine Macht befähigt ihn allein, seine Aufgabe zu erfüllen. Diese Macht beruht auf der Beherrschung der Urkraft, wie sie dem Metaphysiker als das „Vril“ oder als das „hermetische Feuer“ bekannt ist.
Diesem Manne ist es gelungen – nicht ohne persönliche menschliche Anstrengungen und mit Hilfe von Mitarbeitern nach 20jähriger Forschung und Experimentierung –, die Atemkraft, ihre Kernspannung technisch erschließbar zu machen und damit gleichzeitig das lang ersehnte Perpetuum mobile zu konstruieren. Letzteres ist auf seine Wirkungsweise erprobt. Mit Hilfe der sog. „Urmaschine“ wird das gegenwärtige wirtschaftliche und kulturelle Chaos liquidiert werden. Die radioaktive Strahlung des Urlichtes, die Standelemente an den Verbrauchsplätzen als energetische Aura umgibt, sobald man an das atmosphärische Spannungsgesetz anschließt, ist in ihrer Wirkungskraft spezifisch psycho-physisch (biogenetisch). Es handelt sich nicht allein um die Nutzbarmachung der „Urelektrizität“ für die gesamte Volkswirtschaft bis in die kleinsten Einzelheiten, sondern im größeren und wertvolleren Ausmaße noch um die Aktivierung jener universellen Vitalität, die geistmagnetisch mit dem Urlicht im Zusammenhang steht und die Lebenskraft selber ist. Da, wie bereits gesagt, die Materie unseres Sonnensystems wieder verstrahlt (Evolution, Radiumaktivität!), ist es möglich, sich auch sozusagen „technisch“ dieser Naturtendenz anzugleichen, denn der Planet gelangt allmählich in ein höheres Aggregat.
Die Gammastrahlen der dynamotechnischen Apparaturen wirken auf die psychischen Organismen sublimierend. Damit wird notwendigerweise durch die Kraft, die wir als das geistige Prinzip im materiell-fluidalen Aspekt anzuspielen haben, auch die eigentliche Kultur die psychische Seite des Lebens gefördert. Der eingeweihte Dichter Bulwer hat in seinem Roman „Das Geschlecht der Zukunft“ den Staat beschrieben, wie er durch die Einführung des „Vril“ erstehen muß.
Die Urkraft ist allerdings von so ungeheurer Spannung und stellt, von Wissenden dirigiert, eine so unermessliche Macht dar, daß es eine Bedingung ist, daß die Urmaschine in verantwortungsbewussten Händen bleibt.
Der Wille zum persönlichen Leben ist durch die Multiplikation des Körpergewichtes mit der Kernspannung seiner Atome (Lichtgeschwindigkeit zum Quadrat) messbar.
Ein Mensch, dessen Raumwille eine Ballungsenergie (Materie) von 60 Kilo ansog, eint in seinem Ego eine Energie von 5,4 Trillionen mkg.
Der adeptische Reifegrad ist derjenige Zustand der Verstrahlung (Liebe), in dem diese Kraft über den mystischen Tod hinaus im Blut geeint wurde.
Der Wille des echten Magiers lenkt somit die Urkraft, – das Vril. Diese ungeheure Vitalität entspricht dem logistischen Bremswiderstand des Ego gegenüber dem Raumkraftstrahlungsdruck. Die Kraft kann sowohl aufbauend als auch zerstörend angewendet werden. In einem Kriegsfalle von beiden Seiten benutzt, würde sie den unbedingten Untergang beider Parteien bedeuten. Durch den Missbrauch dieser Macht ist Atlantis untergegangen, denn die Atlantiden waren Eigner jenes „kalten Feuers“.
Nur wer die Gesetze des Geistes befolgt, die liebende Gemeinsamkeit (Selbstverleugnung) und das Gleichgewicht (Selbstbeherrschung) übt, dem dient das Göttergeschenk, dem nichts widerstehen kann.
Die in den Kugelelementen, die in jedem Betrieb und jedem Haushalt als kostenlose Energiequelle aufgestellt werden können, fluktuierende Vitalität ist ureigentlich mit dem Kundalini im Rückenmark des Menschen identisch. Bekanntermaßen vollbringt der Yogi damit seine „Wunder“. In diesem Falle ist der Körper des Magiers selbst das elektro-magnetische Element. Aber heute ist es nicht jedermann möglich; für die Not leidende Menschheit ist eben jener biotechnische Behelf gegeben, um einen gänzlichen Untergang zu verhindern und eine absolute wirksame Auftriebskraft zu sichern.
Die gesetzliche Sicherung der Urmaschine ist der z. Zt. nächste Schritt, den es zu tun gilt, um wieder Gerechtigkeit und Glück in der Welt zu verankern. Es ist zu beachten, daß auch ein Eingeweihter an die physischen Gesetze des evolutionistischen Ausgleichs gebunden ist; gerade die freiwillige Bindung ist das Kennzeichen des echten weisen Magiers.
Der Logos ist der Unfreieste heute.
Die Einführung der Biotechnik zum Wohle der Gesamtheit ist schwierig. Die gegenwärtigen Regierungen verkörpern noch nicht den Willen des Staates, sondern sind die Exekutive der Machtgruppen Kapital, Boden und Kirche. In ihren Händen würde der Missbrauch ihrer Macht den letzten Rest von Kultur vernichten. Das Volk muß selbst aufgeklärt werden und die Einführung verlangen. Das Gebot der Stunde ist eine großzügige Propaganda. Dazu ist aber wieder Geld erforderlich, das im Großen nicht ohne Interessenbindung zu haben ist. Grundsätzlich sind seither alle Angebote von Interessenten abgelehnt worden. Darunter befanden sich gewaltige Summen deutscher und amerikanischer Industrieller. Das ist ein Beweis der Uneigennützigkeit des Entdeckers. Er ist ein deutscher Privatgelehrter und bietet damit die Gewähr für materielle Unabhängigkeit und geistige Klarheit.
Die notwendige Organisation der Masse, die den legislativen Schutz der Urmaschine fordern und decken muß und die die finanziellen Mittel aus eigener Kraft durch freiwillige Selbsteinschätzung aufzubringen hat, fand in Berlin in der Reichsarbeitsgemeinschaft „Das kommende Deutschland“ ihren ersten Ausdruck. Ein Sendbote des Entdeckers, Herr Johannes Täufer, befindet sich seit einigen Wochen in Berlin und arbeitet daran, eine Verhandlungsbasis mit den zuständigen Instanzen auf besagtem Wege der Organisierung einer Massenbewegung vorzubereiten. Außerdem finden in Form einer Volkshochschule seit geraumer Zeit Lehrkurse auf dem Gebiete der Atomtheorie, der Kosmotechnik und dergleichen statt, um die kommende Führerschaft heranzubilden. Flugblätter, Bücher, eine Zeitschrift und weitere Vorträge ermöglichen es jedermann, sich in die technische und philosophische Seite der neuen Raumkraftbewegung einzuführen und sich zu überzeugen. Jeder, der die ideellen Verpflichtungen auf sich zu nehmen gewillt ist, wird gebeten, sich kostenlos als Mitglied eintragen zu lassen.
Es ist klar, daß keine Zeit zu verlieren ist, es bestehen bei der großen Arbeitslosigkeit Gefahren, die wir als Religiöse vermeiden helfen wollen. Eine revolutionäre, d. h. sofortige Einführung wollen wir auch vermeiden, um Blutvergießen zu verhindern; wie sich jeder ausmalen kann, werden manche Besitzer, besonders diejenigen der seitherigen Energiequellen, nicht freiwillig sich einordnen in die sich notwendig ergebende große soziale und gesellschaftliche Umschichtung. Der Sieg ist uns gewiß, da wir die Urkraft zur Seite haben, aber Karma wirkt auch hier. Wir müssen feinfühlig und mit Geduld vorgehen, damit es nicht wieder heißt „kreuziget ihn!“, denn dann wäre mit uns auch die Welt verloren. Aber „Christus“ soll mit dem Schwert wiederkehren, heißt es in der Bibel.
Diesmal haben wir das Recht, uns zu weigern, das Geheimnis der Urmaschine Unwürdigen auszuliefern.
Andererseits stehen schon verschiedene bekannte Gelehrte, Philosophen und andere Führer auf unserer Seite, und wenn Gott will, hoffen wir, daß es bis Jahreswende gelingt, die Sicherung zu erreichen und mit dem Einbau ordnungsgemäß zu beginnen.
Dazu brauchen wir allerdings auch Ihre sofortige Hilfe, mindestens mental, und wer dazu in der Lage ist, auch materiell.
Erst überzeugen, dann mitschaffen!
Der Ausgangspunkt war im Metaphysischen; der Beweis ist im Metaphysischen; die erste Einführung ist materiell, weil die Masse, zu der wir körperlich auch gehören, Not leidet, nicht zuletzt durch Rassenkarma (verlorener Krieg).
Die Religiösen haben seither das Geheimnis des „auserwählten Volkes“ nicht verstanden: der Eingeweihte weiß, daß wir „Erde“ gewinnen müssen, materialisieren müssen, wenn wir Geist darstellen wollen. Die Mahatmas lehren alle, beim Körper anzufangen.
Haben wir dem Volke Brot statt Steine gegeben, haben wir uns politisch und wirtschaftlich befreit, dann kommt erst unser Hauptwerk, das heute noch nicht verstanden und abgelehnt würde, wären wir so töricht, schon jetzt davon zu reden.
Jeder, der glaubt, organisatorisch, rednerisch, finanziell oder dergleichen mitarbeiten zu können, wolle dies bitte unverzüglich dem Zentralbüro mitteilen. Wir müssen überall Zellen bilden, überall Kurse und Vorträge abhalten, wozu wir uns die Helfer erst suchen müssen.
Man vergesse nämlich nicht, daß der gegenwärtige Machtapparat, das Nachrichtenwesen, die Parteien etc. geistig gesehen uns fremd, um nicht zu sagen feindlich gesinnt sind.
Deshalb unser umständlicher, schwieriger Weg aus der 4. Dimension über die Geistigen und Religiösen (nicht Intellektuellen und Konfessionellen) zum Priesterkönigtum auf Erden.
Das Wunderbare aber und der Beweis der Lichtechtheit der neuen „Rettungsaktion“ ist ihre lückenlose psychophysische Synthese, die Vereinigung des Materiellen mit dem Ideellen durch ein und dieselbe Sache. Jedem Gotteskämpfer ist dringend das theoretische Studium der Biotechnik anzuraten, denn es enthüllt sich darin das Geheimnis des Lebens, – die Tabula Smaragdina des Hermes Trismegistos in neuer Schau.
Mit vorliegendem, wohl durchdachtem Plan harren wir der Ergebnisse, die unsere uneigennützigen Bemühungen bringen werden. Der neue Staat erhält dann das Einnahmemonopol aus der Gesamtelektrifizierung und ist in der Lage, was unsere Bedingung ist, gegen eine gerechte Arbeitspflicht für alle – jeder nach seinem Interesse – seinen Fähigkeiten – das soziale Ideal der materiellen Sicherung zu verwirklichen. Und das alles auf höchst ethischer und geisteswissenschaftlicher Grundlage.
So hatte sich unser Traum verwirklicht und nun soll es sich zeigen, ob uns die Ungerechtigkeiten steril gemacht haben, oder ob wir noch für die Wahrheit opfern und an sie glauben können, um ihre Segnungen als Ausgleich für die lange Prüfungszeit zu empfangen!“46

Zusammen mit den bereits angesprochenen eigenständigen Publikationen sind diese Beiträge in der Astralen Warte vermutlich die letzten offiziellen Texte der Reichsarbeitsgemeinschaft. Doch nicht, wie man vielleicht annehmen könnte, weil sie fortan im Geheimen operierten, sondern weil die Gruppe zerbrach. Deutlich wird dies durch weitere Veröffentlichungen in der Astralen Warte. Im Dezember Heft 1930 kann man folgenden Hinweis finden:

„Aus unserer Intelligenz=Zentrale Berlin kommen seltsame Nachrichten. Das kommende Deutschland ist eingegangen, weil Johannes Täufer unberechtigt war und fremde Gedanken sich angeeignet habe. Die Intelligenz der Berliner zeigt sich darin, daß neben dem heiligen Geiste auch noch für einen Johannes Täufer Platz war, nach dessen Erledigung man es unterließ, uns in der Provinz aufzuklären. Eine direkte Anfrage ist unbeantwortet geblieben[47]. Auf Umwegen erfahre ich: Der Erfinder heißt Karl Schappeler. Als dieser mit seiner Idee heraustrat, machte sich ein Tscheche, dessen richtiger Name Hans Janik ist, an ihn heran, erfuhr vieles, nicht alles, und dann stürzte er sich auf das intelligente Berlin und begann zu taufen. Der von mir veröffentlichte Aufruf stammt nicht von Janik, sondern von Rud. Sieber. Ueber Schappeller und seine Ideen soll das Buch von Fritz Klein, Logos und Bios, zu 12.- Mk., Aufschluß geben.
Hans Janik ist verheiratet und seit dem 10. April Freund eines süßen Tanzgirls[48], diese Liebschaft soll zum Eingehen der Gesellschaft geführt haben. Nun soll Hans Janik die Sache allein weiter treiben, falls er noch Dumme findet. Er soll sich vortrefflich auf Suggestion und Hypnose verstehen, verkündet, er sei vor 12000 Jahren Oberpriester gewesen, vor 2000 Jahren habe er in Tibet Opferaltäre errichtet, seine derzeitige Mission wäre, Deutschland zu retten. […] Mit der Idee von Schappeller hat dieser Vorfall nichts zu tun, die geht ihren Weg weiter. Das zur Beruhigung.
Ich denke, wir werden uns sehr zurückhaltend gegenüber allen Berliner okkulten Gründungen betragen, der dortige Boden scheint zu sehr auf sumpfigen Untergrund zu liegen, was Gründungsfieber als endemischen Krankheitszustand zur Folge hat. Berlin für die Berliner!“49

Nur eine Heftnummer später erschien im Januar-Heft 1931 der Astralen Warte in der Rubrik „Mitteilungen“ folgender Beitrag:

„Das kommende Deutschland“. Hierüber erhalte ich weitere Mitteilungen, die namentlich auf den Vortrag von Herrn O. W. Barth zurückgehen, der sich sehr für die Erfindung Karl Schappellers eingesetzt hatte und leider von Janik ausgebeutet worden ist. Janik hat behauptet, er arbeite für Schappeller, was sich jedoch als unrichtig erwiesen hat. Zwischen beiden besteht nunmehr Bruch und Gegnerschaft; man verbietet Janik, den Namen Schappeller und die Bezeichnung Raumkraft in den Mund zu nehmen.“50

A. Frank Glahns Quelle für diese Interna war nicht nur O. W. Barth selbst, sondern in erster Linie Max Staack. Dieser hatte in einem Brief an Glahn aus dem Nähkästchen geplaudert:

„Wie ich schon in meinen früheren Briefen habe durchblicken lassen, ist es mit Täufer ein Reinfall gewesen und lohnt es sich wohl nicht wieder der Oeffentlichkeit das Horoskop zu bringen. Der Leidtragende ist Barth gewesen und hat mich mein Gefühl nicht getäuscht, als ich Ihnen meine Ansicht früher schon einmal sagte. Wieder einmal hat er Lehrgeld bezahlen müssen, denn wenn er J. Täufer über 3 Monate lang umsonst durchgefüttert hat und mit Bureaumiete, Druckkosten und sonstigen Unkosten etwa 1000 M Schaden erlitten hat, so ist aber seine Leichtgläubigkeit und seine Sehnsucht nach materiellen Erfolgen daran schuld.“51

Die Reichsarbeitsgemeinschaft „Das kommende Deutschland“ verschwand danach sang- und klanglos in der Bedeutungslosigkeit, bis sie von Pauwels und Bergier wieder zu einem „phantasievollen“ Leben erweckt wurde.

Die Astrologie. Monatsschrift für theoretische und angewandte Astrologie. Berlin 1927 – 1938. (Die Astrologie erschien als Fortsetzung der Astrologischen Blätter die von 1914 – 1927 herausgegeben wurden).

Bahn, Peter; Gehring, Heiner – Der Vril-Mythos. Eine geheimnisvolle Energieform in Esoterik, Technik und Therapie. Düsseldorf 1997.

Barth, Otto Wilhelm (Hg.) – Alchemistische Blätter. Erstes deutsches Fachblatt für alle Gebiete der Alchemie. Monatsschrift für das Gesamtgebiet der Hermetischen Wissenschaft in alter und neuer Zeit. 1. Jg., Berlin 1927. (Fortsetzung:) Archiv für alchemistische Forschung. Alchemistische Blätter. 2. Jg., Berlin 1930.

Birven, Henri – Hain der Isis. Zeitschrift für Magie als Kulturproblem und Weltanschauung. Berlin 1927 und 1930-1931. (Die Jahrgänge 1928 und 1929 sind nie erschienen).

Bulwer[-Lytton], Edward – Das Geschlecht der Zukunft. Roman. Aus dem Englischen von Jenny Piorkowska. Leipzig 1874.

Frère, Jean-Claude: Nazisme et sociétés secrètes. Paris, 1974

Glahn, A. Frank (Hg.) – Astrale Warte. Naturwege der Erkenntnis. Memmingen 1925 – 1937.

Goodrick-Clarke, Nicholas – Im Schatten der schwarzen Sonne. Arische Kulte, Esoterischer Nationalsozialismus und die Politik der Abgrenzung. Wiesbaden 2009.

Helsing, Jan von (d.i. Udo Holey) – Geheimgesellschaften und ihre Macht im 20. Jahrhundert oder wie man die Welt nicht regiert. Rhede 1995.

Johannes, Fra – Das neue Gesetz des Wassermann-Zeitalters. In: Saturn Gnosis, Heft 3 Januar 1929, S. 109-114.

Klein, Fritz – Logos und Bios. Die Zweiwertigkeit der Welt als Einheit und Fundament einer noetischen Weltanschauung. Witten 1929.

König, Peter R. – Das Beste von Heinrich Tränker. München 1996.

Ley, Willy – Pseudoscience in Naziland. In: Astounding Science Fiction, Bd. 39. Mai 1947, S. 90–98.

Pauwels, Louis; Bergier, Jacques – Aufbruch ins dritte Jahrtausend. Von der Zukunft der phantastischen Vernunft. Bern, München, Wien 1962.

Ravenscroft, Trevor – Der Speer des Schicksals. Zug 1974

Reichsarbeitsgemeinschaft „Das kommende Deutschland“ (Hg.) – Zeitschrift für Weltdynamismus. Streifzüge durch technisches Neuland an Hand von biologischen Symbolen. Berlin 1930. (nur ein Jahrgang?)

Schappeller, Karl – Raumkraft. Ihre Erschließung und Auswertung. Als Handschrift gedruckt. München 1928.

Suster, Gerald – Hitler. Black Magician. London 1981. FN 11 aber: 1996

Täufer, Johannes (d.i. Hans Janik) – Vril. Die kosmische Urkraft. Wiedergeburt von Atlantis. Herausgegeben im Auftrage der Reichsarbeitsgemeinschaft „Das kommende Deutschland“. Berlin 1930.


1 Stellvertretend sei hier auf die Publikationen des unter dem Pseudonym Jan van Helsing schreibenden Autors Udo Holey hingewiesen. Holey ist ein Anhänger der klassischen Verschwörungstheorien, die er in seinen Büchern ausgiebig verbreitet. Nach seinen Darstellungen bekamen die Vril-Anhänger ihre Anweisung per Telepathie aus dem Sonnensystem Aldebaran, das 68 Lichtjahre von der Erde entfernt existieren soll. Durch diese Kundgaben wurden Pläne für den Bau von Ufo ähnlichen Flugmaschinen übermittelt, die heimlich von den Nationalsozialisten während des Zweiten Weltkrieges gebaut wurden.

2 Eine erste Monographie zu dem Thema verfassten: Bahn / Gehring – Der Vril-Mythos. Düsseldorf 1997.

3 Bulwer-Lytton – Das Geschlecht der Zukunft. Leipzig 1874, S. 45f.

4 Vgl. zu den Möglichkeiten der Vril-Kraft: Bulwer-Lytton – Das Geschlecht der Zukunft. Leipzig 1874, S. 119ff. und S. 173f.

5 Der Buch erschien 1962 unter dem deutschen Titel: Aufbruch ins dritte Jahrtausend. Von der Zukunft der phantastischen Vernunft.

6 Ley ist erst 1935 in die USA emigriert. Vgl. Goodrick-Clarke, Nicholas – Im Schatten der schwarzen Sonne. S. 233.

7 Pauwels/Bergier – Aufbruch ins dritte Jahrtausend. S. 304.

8 Karl Haushofer war ein bedeutender Exponent der Konservativen Revolution und seit 1919 mit Rudolf Heß, dem Stellvertreter des Führers, befreundet. Von Pauwels und Bergier wurde Haushofer zum großen Magier hinter Hitler stilisiert. Das Problem dabei ist nur, dass eine „okkulte“ Beziehung zwischen ihm und Hitler überhaupt nicht nachgewiesen werden kann. Seine angebliche Reise mit Gurdjieff nach Tibet, von wo er die Sage von einer in der Wüste Gobi unterirdisch lebenden menschlichen Gesellschaft mitgebracht haben soll, ist ebenso nicht nachweisbar. Diese Behauptung wurde von dem französischen Schriftsteller Jean Claude Frère (Nazisme et sociétés secrètes, S. 104) ins Leben gerufen. Auch die angeblich im Jahr 1923 gegründete esoterische Gesellschaft tibetischer Prägung, die mit der Thule-Gesellschaft in Verbindung gestanden haben soll, ist eine von Okkult-Autoren aufgestellte Behauptung. Jan van Helsing geht mit seinen Behauptungen noch weiter. Er schreibt: Haushofer „knüpfte während des Ersten Weltkrieges Kontakte mit einer der einflussreichsten Geheimgesellschaften Asiens: den ›Gelbmützen‹. […] Haushofer wurde eingeweiht und schwor, wenn seine ›Mission‹ misslingen sollte, Selbstmord zu begehen. Die Kontakte zwischen Haushofer und den Gelbmützen führten dazu, dass sich in den zwanziger Jahren tibetische Gemeinden in Deutschland bildeten. (Helsing – Geheimgesellschaften. S. 104).

Ley – Pseudoscience in Naziland. 1947, S. 92.

10 Ravenscroft, Trevor – Der Speer des Schicksals. S. 251f.

11 Suster, Gerald – Hitler. Black Magician. London 1996, S. 118ff.

12 Die Angaben finden sich in der Astrologie-Zeitschrift: Glahn, A. Frank (Hg.) – Astrale Warte. Naturwege der Erkenntnis. 6. Jg., Heft 9 (Dezember 1930), S. 309.

13 Vgl. die Einladungen für die I.T.V. Veranstaltungen vom 10.12.1906, 11.2.1907 und 18.3.1908.

14 Unter dieser Adresse gibt es ein Kaufvertrag zwischen O. W. Barth und Hugo Vollrath vom 2. Okt. 1913. Darin verkaufte Barth an Vollrath das Verlagsrecht an der Broschüre Parsifal von Kurt Siegfried Uhlig. Ein möglicher Zusammenhang mit dem von 1922-1931 in Leipzig, Windmühlenstraße existierenden Otto Wilhelm Barth-Verlag (Inhaber Ernst Rainer Wunderlich) mit Barth selbst, konnte nicht geklärt werden. Es liegt jedoch der Verdacht nahe, dass es sich hierbei um den ehemaligen Leipziger Verlag von O. W. Barth gehandelt hat, den dieser vor oder nach seinem Umzug nach München verkauft hat.

15 Recherchen im Münchner sowie im Leipziger Staatsarchiv bezüglich des Jati-Verlages blieben leider erfolglos.

16 O. W. Barth lebte zu dieser Zeit noch in München in der Schellingstraße 61 und Fritz Werles Wohnort lag im hessischen Auerbach in der Villa Erika. Die offizielle Eintragung von Amtswegen erfolgte am 22. Mai 1925. Vgl. StA-München, AG. Mü. Reg.gericht 27.942.

17 In dem Gesellschaftervertrag sind die Rechte an Werken von Surya, am Glahn-Kalender von 1925 und an Haases Schatz des Lebens, die zuvor im Asokthebu Verlag erschienen waren, gesondert aufgeführt. Barth scheint aber der neuen O. W. Barth-Verlag GmbH noch mehr Werke zur Verfügung gestellt zu haben. An Hand eines Bestellformulars des neuen Verlages aus dem Jahr 1925 ergibt sich folgendes Bild. Alle Werke, die zuvor im Asokthebu Verlag publiziert wurden, waren von nun an auch über den O. W. Barth-Verlag erhältlich.

18 Vgl. dazu die Aussage von Karl Germer bei: König – Das Beste von Heinrich Tränker. 1996, S. 42.

19 StA-München, AG. Mü. Reg.gericht 27.942.

20 Max Staack war am 20.3.1923 der Lotus-Gesellschaft beigetreten. Am 27.1.1925 wurde er Mitglied der Pansophischen Loge in Berlin und fungierte am 8.5.1926 als Gründungsmitglied der Fraternitas Saturni. Er war Mitglied der Reichsarbeitsgemeinschaft „Das kommende Deutschland“.

21 Postkarte von O. W. Barth an Max Staack vom 20. Januar 1926.

22 StA-München, AG. Mü. Reg.gericht 27.942. Der Brief beginnt mit „Anmeldung zum Handelsregister“.

23 Brief von O. W. Barth an Dr. Paul Köthner vom 4. September 1926.

24 Verlag der Alchemistischen Blätter, Berlin SW 68, Schließfach 15. Hinter der Zeitschrift stand die Alchemistische Gesellschaft in Deutschland mit ihrem Sitz in Berlin.

25 Darmstaedter war der Autor von „Die Alchemie des Geber (1922) und einer der Mitbegründer der Paracelsus-Gesellschaft.

26 Die Arbeit erschien zuerst in der Monatschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums (MGWJ) 69 (1925), S. 13-30 und S. 95-110. Barth druckte allerdings nicht Scholems ‘Nachbemerkung’ ab, die ebenfalls in der MGWJ 69 (1925), S. 371-374 erschienen war.

27 Alchemistische Blätter (1928), 1. Jg., Nr. 10/12.

28 Eugen Grosche und Martha Küntzel kannten O. W. Barth persönlich aus der gemeinsamen Zeit in der Pansophischen Loge von Heinrich Tränker. Das Zitat wurde einem Brief von Grosche an Martha Küntzel vom 6.6.1928 entnommen.

29 So jedenfalls bezeichnet es Eugen Grosche in einem Brief an Martha Küntzel am 24.11.1928.

30 Siehe: Hain der Isis, Jg. 1930, Heft 2. Letzte Seite im Anzeigenteil.

31 Die Astrologie. Monatsschrift. 12. Jg., Heft 1 (April 1930), S. 46.

32 Die Astrologie. Monatsschrift. 12. Jg., Heft 2 (Mai 1930), S. 86.

33 Unter dieser Adresse betrieb O. W. Barth sein „Deutsches Verlagshaus für Naturopathie“ und seinen „Otto Wilhelm Barth-Verlag Berlin“.

34 Täufer – Vril, S. 54f.

35 Reichsarbeitsgemeinschaft „Das kommende Deutschland“(Hrsg.) – Weltdynamismus, S. 4.

36 Die Astrologie. Monatsschrift. 11. Jg., Heft 12 (März 1930), S. 513.

37 Über das Datum gibt es immer wieder Verwirrungen, doch belegen die historischen Quellen eindeutig den 8. Mai 1926 als Tag der Gründung.

38 Johannes, Fra – Das neue Gesetz des Wassermann-Zeitalters. S. 110f . In: Saturn Gnosis, Heft 3 Januar 1929, S. 109-114.

39 Es ist jedoch äußerst zweifelhaft, ob einer der Genannten, Mitglied in der Reichsarbeitsgemeinschaft gewesen ist. Martha Küntzel, Otto Gebhardi und Karl Germer kann man mit Sicherheit ausschließen.

40 Die Astrologie. Monatsschrift. 11. Jg., Heft 11 (Februar 1930), S. 512. Hier findet sich auch der Hinweis auf Hans Janiks damaligen Wohnort Wien.

41 Die Astrologie. Monatsschrift. 12. Jg., Heft 1 (April 1930), S. 45.

42 Zeitschrift für Weltdynamismus. Offizielles Organ der Reichsarbeitsgemeinschaft „Das kommende Deutschland“, Nr. 1, Berlin 1930, S. 15f.

43 Glahn, A. Frank (Hrsg.) – Astrale Warte. 6. Jg., Heft 5 (August 1930), S. 170.

44 Glahn, A. Frank (Hrsg.) – Astrale Warte. 6. Jg., Heft 5 (August 1930), S. 170f.

45 Glahn, A. Frank (Hrsg.) – Astrale Warte. 6. Jg., Heft 5 (August 1930), S. 184.

46 Glahn, A. Frank (Hrsg.) – Astrale Warte. 6. Jg., Heft 7 (Oktober 1930), S. 235-238.

47 In einem Brief vom 13.11.1930 beschwert sich Glahn bei Max Staack, dass Barth ihm trotz Nachfrage keine Antwort geschickt habe.

48 Der Name von Janiks Geliebter lautete Jarah del Haes. Sie wurde am 12. September 1907 in Berlin geboren. Vgl. dazu: Glahn, A. Frank (Hrsg.) – Astrale Warte. 7. Jg., Heft 1 (April 1931), S. 21.

49 Glahn, A. Frank (Hrsg.) – Astrale Warte. 6. Jg., Heft 9 (Dezember 1930), S. 309.

50 Glahn, A. Frank (Hrsg.) – Astrale Warte. 6. Jg., Heft 10 (Januar 1931), S. 340.

51 Brief von Max Staack an A. Frank Glahn vom 1. November 1930.