Willkommen bei MAGIE.de

Die Geschichte des Okkultismus und vor allem seiner Protagonisten ist in weiten Teilen noch nicht wissenschaftlich erforscht. Der Begriff „Okkultismus“ steht in der alltagssprachlichen Verwendung für alles, was geheimnisvoll oder unerklärlich erscheint. Er ist im Prinzip eine Sammelbezeichnung verschiedenster paranormaler, esoterischer, mystischer oder übersinnlicher Vorstellungen und weltanschaulicher Systeme. Eine allgemeingültige Definition fehlt bis heute.

Was viele Gegner der Thematik kaum berücksichtigten, ist der Umstand, dass zahlreiche wissenschaftliche Disziplinen mit dem Thema einen routinierten und unaufgeregten Umgang pflegen. Soziologie, Religionswissenschaft, Geschichte, Philosophie, Individual- und Sozialpsychologie, Psychoanalyse, Anthropologie sowie Kunst- und Literaturwissenschaft – und in Randbereichen sogar die Kriminalistik -interessieren sich innerhalb ihrer Disziplinen für diese komplexe Thematik. (Gruber 1998, S. 27).

Die historischen Darstellungen auf magie.de beziehen sich auf den Zeitraum Ende des 19. Jahrhunderts bis Mitte des 20. Jahrhunderts. In dieser Zeit erschütterten neue Erkenntnisse auf dem Gebiet der Naturwissenschaften, der Technologie, der Psychologie und der Philosophie die bis dahin gültigen Vorstellungen von der Welt und dem Menschen in ihren Grundfesten. Eine Reihe revolutionärer Entdeckungen in der Naturwissenschaft deuteten auf bis dahin unbekannte und unsichtbare Naturkräfte und Energien hin, deren Wirkung und Bedeutung von den Menschen bis dato nicht wahrgenommen worden waren. Zu den naturwissenschaftlichen und technischen Entdeckungen gehörten u. a. die Röntgenstrahlen, die Radioaktivität, die drahtlose Telegrafie, elektromagnetische Wellen oder die Molekularphysik. Diese neuen Erkenntnisse brachte die Vorstellung des Menschen von sich selbst, wie auch über das Wesen der Seele, ins Wanken.

In diesem Spannungsfeld von Fortschrittseuphorie und Wertezerfall bewegten sich primär Anhänger der Theosophie, des Okkultismus, des Spiritismus, nonkonformer Religionen und Vertreter alternativer Heilslehren. Sie waren den neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen gegenüber keineswegs ablehnend eingestellt, sondern sahen darin vielmehr eine Bestätigung ihrer Ansichten. Aufseiten der Okkultisten gab es Bemühungen, die neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse mithilfe „rationaler empirischer Forschung auf bisher als übernatürlich geltende Erscheinungen auszudehnen“. (Linse 1971, S. 73)

Magie.de widmet sich der historischen Erforschung solcher nicht hegemonialer Wissenskulturen, um deren Rolle im zeitgeschichtlichen Kontext zu verorten und die Bedeutung der dahinterstehenden Persönlichkeiten zu verdeutlichen. Meine beiden bis jetzt erschienenen Bücher, eine Biografie über Heinrich Tränker und die Entstehungsgeschichte der okkulten Gruppe/Loge Fraternitas Saturni, bieten einen Einblick in die Vorstellungswelt der Protagonisten und veranschaulichen, wie die unterschiedlichen Gruppen miteinander in Verbindung standen.

Literaturangaben:
Gruber, Bettina: Mystik, Esoterik, Okkultismus: Überlegungen zu einer Begriffsdiskussion, in: Bassler, Moritz / Châtellier, Hildegard (Hrsg.): Mystik, Mystizismus und Moderne in Deutschland um 1900, Strasbourg 1998, , S. 27-39

Linse, Ulrich: Geisterseher und Wunderwirker. Heilssuche im Industriezeitalter, Frankfurt a. M. 1971

Auf magie.de finden Sie keine Anleitung zu magischen oder sonstigen okkulten Praktiken. Es geht hier um eine rein geschichtliche Darstellung diesbezüglicher Gruppierungen sowie deren Rolle und deren unterschiedlicher Wahrnehmung in der Gesellschaft.

Wer war der Theosoph, Rosenkreuzer, Okkultist und Pansoph Heinrich Tränker?
Dieses Buch geht den Spuren nach, die er in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in den okkulten Kreisen Deutschlands hinterlassen hat. Welche Rolle spielte Tränker dabei als Landesoberhaupt des Ordo Templi Orientis (kurz O.T.O.) in Deutschland? Warum kam es zur Auseinandersetzung mit Aleister Crowley auf der sogenannten „Weida-Konferenz“? Und wieso wendete sich ein Teil der Pansophen von Tränker ab und gründete seinerseits die Fraternitas Saturni?

ZUM BUCH

Bis heute lagen die Ursachen die zur Gründung der Fraternitas Saturni am 8.5 1926 führten weitgehend im Dunkeln.
Das Buch beleuchtet mit Hilfe historischer Quellen die Hintergründe und die Entwicklung der Geheimloge bis zu ihrem vorläufigen Ende im Jahre 1934. Darüber hinaus kommen die Protagonisten jener Tage zu Wort, wie der Meister vom Stuhl Gregorius und Mitglieder der Loge. Zudem wird erstmals auch der vom Autor in einem Archiv entdeckte Briefwechsel zwischen Gregorius und dem Okkultisten Wilhelm Quintscher präsentiert.
ZUM BUCH